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Online-Banking muss einfacher werden

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Von: Dorothea Mohn

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Online-Banking ist in den letzten Jahren komplizierter geworden.
Online-Banking ist in den letzten Jahren komplizierter geworden. © Eva Blanco/Imago

Die digitalen Angebote der Kreditinstitute sind oft zu kompliziert und schließen ganze Verbrauchergruppen aus. Das muss sich ändern. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Online-Banking ist in den letzten Jahren komplizierter geworden. Dazu hat die gesetzlich vorgeschriebene Zwei-Faktor-Authentisierung beigetragen, die das Banking sicherer, aber auch aufwendiger gemacht hat. Ärgernisse bei der digitalen Überprüfung der Identität (Authentisierung) kennen viele: Etwa wenn das Smartphone zu alt ist für das Verfahren, das die eigene Bank anbietet. Oder wenn man für das Authentisierungsverfahren ein chipTAN-Gerät nutzt, das auf eigene Kosten gekauft werden muss.

Eine aktuelle Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt, dass App-basierte Angebote bei der Authentisierung am stärksten verbreitet sind. Gut ist, dass diese kostenlos genutzt werden können. Aber nicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher wollen und können das Smartphone beim Online-Banking verwenden. Und es gibt gute Gründe, dabei auf das Smartphone zu verzichten, etwa Datenschutz- und Sicherheitsbedenken.

chipTAN-Geräte sind eine Alternative, bergen aber auch Tücken. Die Geräte müssen auf eigene Kosten angeschafft werden. Teilweise müssen sogar mehrmals Geräte gekauft werden, wenn Verfahren abgeschafft werden oder Geräte aufgrund technischer Neuerungen veraltet sind. Besonders Privat- und Direktbanken setzen auf Insellösungen, die nur für die jeweilige Bank genutzt werden können. Das bedeutet, dass im Falle eines Kontowechsels im Zweifel ein neues Gerät beschafft werden muss. Das Ziel, den Wettbewerb auf dem Girokonten-Markt zu stärken, wird durch solche Hürden unterlaufen. Hinzu kommen Mängel bei der Barrierefreiheit. Nur zwei der untersuchten 25 Banken und Sparkassen boten chipTAN-Geräte für Blinde oder Sehbehinderte an.

Unterm Strich stellen Authentisierungsverfahren ihre Nutzerinnen und Nutzer nicht nur vor Hürden, sie schließen Verbrauchergruppen aus. Die Zwei-Faktor-Authentisierung ist seit Inkrafttreten der europäischen Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 verpflichtend. Die Richtlinie wird aktuell auf EU-Ebene überprüft. Eine gute Gelegenheit, sicheres Online-Banking zugänglicher zu machen. Die Politik sollte dafür sorgen, dass Anbieter mindestens ein kostenloses Verfahren anbieten müssen, das ohne Smartphone auskommt und von möglichst allen Verbraucherinnen und Verbrauchern genutzt werden kann.

Die Autorin ist Leiterin Team Finanzmarkt beim Verbraucherzentrale Bundesverband.

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