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Nie wieder Krieg!

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Von: Verena Bentele

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Das Satellitenfoto zeigt brennende und zerstörte Wohnhäuser in Mariupol. Es muss wieder Frieden in Europa einziehen.
Das Satellitenfoto zeigt brennende und zerstörte Wohnhäuser in Mariupol. Es muss wieder Frieden in Europa einziehen. © dpa

Es muss wieder Frieden in Europa einziehen. Dafür sind Verhandlungen gefragt. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Rund 800 Kilometer Luftlinie entfernt von Berlin gehen Bomben nieder und zerstören Wohnhäuser, Kliniken, Kitas. Menschen fliehen in Luftschutzkeller und U-Bahn-Schächte. Millionen Frauen und Kinder verlassen ihre Heimat: die Ukraine.

Angekommen in Deutschland gibt es für die Menschen erstmal eine Zuflucht, etwas Wärme, vielleicht sogar Trost. Das klingt nach wenig, ist aber ziemlich viel. Und obwohl die Corona-Pandemie allen noch im Nacken sitzt und dazu jetzt ein Krieg gekommen ist, den gerade Menschen mit kleineren Einkommen hart in Form von Preissteigerungen spüren, ist es überwältigend, dass so viel Geld an Hilfsorganisationen gespendet wird. Das ist eine sehr positive Nachricht in dieser Zeit.

Im Sozialverband VdK sind viele Menschen ehrenamtlich engagiert. Viele von ihnen packen jetzt in der Flüchtlingshilfe an. Wir im VdK haben unsere Wurzeln als Kriegsopferverband nicht vergessen. Die Botschaft der nach 1945 heimgekehrten Soldaten, der Kriegerwitwen und Waisen, der vielen traumatisierten Menschen, die sich beim VdK zu einer Selbsthilfeorganisation zusammengefunden haben, war unmissverständlich: Nie wieder Krieg! Auch ich als VdK-Präsidentin fühle mich ihr verpflichtet.

Die Erkenntnis, die der VdK aus den Erfahrungen seit Ende des Zweiten Weltkriegs gewonnen hat: Krisen lassen sich nur mit großem Zusammenhalt bewältigen. Das gilt mit Blick auf die Corona-Pandemie genauso wie für das Hochwasser im Sommer 2021, aber eben auch für die Folgen eines Kriegs mitten in Europa. Wir rufen deshalb zu Spenden für humanitäre Hilfsorganisationen auf.

Als Sozialverband sehen wir mit großer Sorge, dass wieder die Schwächsten der Gesellschaft, also alte und pflegebedürftige Menschen, Familien mit Kindern oder Menschen mit Behinderung, die Ersten sind, die buchstäblich auf der Strecke bleiben. Sie haben noch größere Schwierigkeiten zu fliehen als andere, an Hilfsgüter zu gelangen und in Kontakt mit Angehörigen zu bleiben. Sie brauchen besondere Fürsorge.

Ihre Flucht zu uns ist erst einmal eine Rettung. Eine Lösung ist es aber nicht. Die Lösung kann nur heißen: Es muss wieder Frieden in Europa einziehen. Dafür sind Verhandlungen gefragt, aber sicherlich kein militärischer Sieg, der nur Trümmer und Leid hinterlässt und ausschließlich Verlierer kennt.

Die Autorin ist Präsidentin des Sozialverbands VDK Deutschland.

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