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Frauensportgruppe macht Sport im Freien, Bonn. (Archivbild)
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Frauensportgruppe macht Sport im Freien, Bonn. (Archivbild)

Rente

Neustart für Riester

  • Klaus Müller
    VonKlaus Müller
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Mit einem Vorsorgefonds die Rente sichern. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Für Verbraucher:innen ist die Sache klar: Die Rente muss auf der Ampel-Agenda nach oben. In einer Forsa-Umfrage für den VZBV gaben knapp neun von zehn Befragten an, dass die Bundesregierung Verbraucher:innen bei der Altersvorsorge nach der Wahl stärken müsse.

Die gesetzliche Rente wurde vor rund 20 Jahren sehenden Auges geschwächt, um die Sozialabgaben im Interesse der Arbeitgeber:innen zu senken. Seitdem hat die Politik Riester-Verträge über Zulagen und Steuerentlastungen mit rund 50 Milliarden Euro subventioniert. Vom Geldregen profitiert haben aber weniger die Sparerinnen und Sparer, sondern die Versicherungswirtschaft. Jeder vierte Euro wandert bei einer typischen Riester-Versicherung in die Taschen der Anbieter, für Gebühren und Verwaltungskosten.

Die Ampel-Koalitionäre haben nun Reformen angekündigt – aber leider zu zaghaft. Im Sondierungspapier steht nur ein „Prüfauftrag“. Statt der Festlegung auf einen kostengünstigen und renditestarken Vorsorgefonds inklusive Bestandsschutz und Wechselangebot für bestehende Riester-Verträge, drohen vier Jahre verloren zu gehen. Lediglich ein Zehn-Milliarden-Euro-Steuerzuschuss für einen Kapitalstock in der Rentenversicherung wurde vereinbart.

Es lohnt sich trotzdem, das Szenario eines Kapitalstocks in der gesetzlichen Rente einmal durchzuspielen. Andere Länder haben gute Erfahrungen mit einer solchen Rentenpolitik gemacht. So hat der schwedische AP7-Fonds in den vergangenen zwei Jahrzehnten durchschnittlich elf Prozent Rendite erzielt, bei verschwindend geringen Kosten. Entscheidend ist allerdings, wo dieser Fonds angesiedelt wird. Würde man ihn in Deutschland innerhalb der gesetzlichen Rente aus den Rentenbeiträgen finanzieren, hätte dies einen gewaltigen Pferdefuß. Denn das Geld, das in den Aufbau des Kapitalstocks fließt, fehlt für solidarische Elemente wie Erwerbsminderungs-, Witwen- und Waisenrenten oder die Reha.

Aus diesen Gründen tritt der VZBV dafür ein, die Chancen eines öffentlich organisierten Vorsorgefonds dort zu nutzen, wo Verbraucherinnen und Verbraucher bereits am Kapitalmarkt vorsorgen.

Vor rund 20 Jahren hat die Bundesregierung den Verbraucher:innen die Riester-Rente eingebrockt. Diesen Scherbenhaufen sollte sie nun erstmal reparieren. Ein öffentlich organisierter Vorsorgefonds ist die richtige Antwort für den Neustart der Riester-Rente.

Der Autor ist Vorstand des Verbraucherzentrale-Bundesverbands.

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