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Pikante Vorwürfe gegen McDonald‘s: Das passiert wirklich hinter den Fassaden.

McDonald‘s

Weiterer Skandal für McDonald`s: Das passiert wirklich hinter den Fassaden

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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McDonald‘s macht seit Jahren wegen schlechten Arbeitsbedingungen und Vorwürfen der sexuellen Belästigung Negativ-Schlagzeilen. Ein CEO musste bereits seinen Posten räumen. Nun versucht sich der Konzern in Schadensbegrenzung, die unmoralisch anmutet.

  • Immer wieder kommen neue Vorwürfe gegen McDonald`s ans Licht.
  • Die Affären eines Chefs haben nun ein Nachspiel.
  • McDonald's: Der Konzern übt sich in Schadensbegrenzung und reicht Klage ein.

Chicago - Es ist ein Hashtag, der seit der #Metoo-Bewegung häufig verwendet wird: #metooMcDonald‘s. In den vergangenen Jahren geriet McDonald‘s immer wieder in die Schlagzeilen: Wegen schlechter Arbeitsbedingungen, geschlechterbasierter Gewalt und sexueller Belästigung. Aber auch Ekel-Vorwürfe in Bezug auf die Herstellung der Lebensmittel und die Hygiene in den Fast-Food-Restaurants machten schon häufiger die Runde. Insgesamt keine guten Jahre für die Reputation des Unternehmens. Nun zieht ein Fall hohe Kreise und einen Rattenschwanz nach sich.

McDonald's: Vorwürfe der geschlechterbasierten Gewalt ziehen sich nach ganz oben

Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung betreffen Angestellte in den Restaurantketten, wie mehrere Fälle zeigen. Sie ziehen aber auch weite Kreise bis in die oberste Führungsriege des Konzerns. 2016 im Zuge der #Metoo-Bewegung wurden die Vorwürfe gegen McDonald‘s noch lauter: Der #metooMcDonald‘s-Hashtag fand auf Twitter häufiger Verwendung. Ob die Vorwürfe gegen das Unternehmen nicht ein gut gehütetes Geheimnis waren, ist reine Spekulation. In einem Fall, von dem auch die New York Times berichtete, geht es sogar um die Vorwürfe eines 16-jährigen Mädchens, die von einem Vorgesetzten belästigt worden sein soll .

Fehlverhalten bei McDonald's: Weitere Informationen kommen ans Licht

Um Mißbrauchsvorwürfen vorzubeugen, hat McDonald's in den USA einen Firmenkodex, der erst im Mai 2019 verschärft wurde und ein Verhältnis zwischen Mitarbeiter*innen untersagt. Gebrochen wurde dieser Kodex pikanterweise ausgerechnet von einem der obersten McDonald's-Bossen. Steve Easterbrook soll eine einvernehmliche Affäre mit einer Mitarbeiterin gehabt haben. Der Beschuldigte räumte den Fehler sogar ein. Ein Auflösungsvertrag wurde aufgesetzt, Easterbrook erhielt eine fette Abfindungssumme von rund 40 Millionen Dollar. Man könnte sicherlich viel darüber diskutieren, warum der Konzern kein konkretes Fehlverhalten als Kündigungsgrund nannte, was die Abfindung wohl erst möglich machte.

McDonald's: Vorwürfe gegen Ex-Chef ziehen hohe Kreise

Genau durch diese Auslassung im Auflösungsvertrag will McDonald‘s jetzt auch noch sein Image retten und Entschlossenheit des Unternehmens demonstrieren. Denn mittlerweile sind weitere Vorwürfe gegen Easterbrook ans Licht gekommen: Laut einem Angestellten-Bericht habe Easterbrook vor seiner Entlassung „sexuelle Beziehungen“ mit drei weiteren Angestellten geführt. Dabei wurden auch private Video- und Fotoaufnahmen der Frauen vom dienstlichen E-Mail-Konto verschickt. Außerdem soll er einer der Personen, mit der er eine Affäre hatte, Aktienoptionen im Wert von mehreren hunderttausend Dollar gewährt haben, wie der Konzern bekannt gab.
„Hätte der Vorstand von diesen Informationen gewusst, hätte er nicht den Inhalten des Auflösungsvertrags zugestimmt“, erklärte McDonald‘s am vergangenen Montag (11.08.2020). McDonald‘s hat nun Klage gegen den Ex-Chef des Konzerns eingereicht.

US-Konzern in der Kritik: Fall um Ex-Boss vor Gericht

Dabei wäre es nicht das erste Mal, dass McDonald's nichts gegen Vorwürfe der sexuellen Belästigung getan hätte. US-Medien beschrieben bereits vor 2016 mehrere Fälle, die dem Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) gemeldet wurden. Auch der Druck von Seiten der Politik wurde nach dem Fall des entlassenen Chefs Easterbrook stärker: Der demokratische Kongressabgeordnete Ro Khanna stellte sich per Twitter auf die Seite der Mitarbeiter*innen von McDonald's und verlangte bessere Arbeitsbedingungen und den Schutz vor sexueller Belästigung.

Bei dem Strike For Black Lives protestierten auch Mitarbeiter*innen von McDonald‘s gegen strukturellen Rassismus und wirtschaftliche Ungleichheit und für besseren Schutz und bessere Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie. Auch McDonald‘s hat mit schweren Einbußen im Zuge der Corona-Pandemie zu kämpfen. (Von Delia Friess)
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