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Mangel an Fachkräften

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Von: Nicole Truchsess

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Ursache und Symptome sollten nicht verwechseln werden.

Bisweilen lässt einen das Gefühl nicht los, dass wir Menschen immer eine Diagnose für ein auftretendes Symptom wie zum Beispiel „Wir bekommen keine Bewerbungen mehr“ benötigen. „Gib dem Kind doch einen Namen!“, hat man früher zu diesem Phänomen gesagt. Und selbstverständlich will man dann zeitnah eine schnell wirkende Rezeptur haben, damit die „Krankheit“ auch ganz schnell wieder verschwindet. Auf diese Art bekämpft man mit einem standardisierten Medikamentencocktail nur die Symptome, nie die Ursachen.

Beim genannten Beispiel würde die schnelle Diagnose Fachkräftemangel lauten. Das ist jedoch oft die falsche Diagnose und man würde jetzt Gefahr laufen, sich um die Nebenwirkungen statt um die Ursache zu kümmern.

Daher sprechen auch viele von einer krankhaften Organisation. Um in diesem Kontext zu bleiben, kann man sagen: Nur eine Heilung schenkt auch auf Dauer Gesundheit! „Krankheiten“ fühlen sich grundsätzlich unangenehm an und sind schrecklich lästig. Wir möchten sie daher lieber heute als morgen wieder loswerden. Bezogen auf den Fachkräftemangel heißt das: „Auf welcher Plattform muss ich meine Stellenanzeige platzieren, damit wir mehr Bewerber erhalten?“

Dazu gibt es verschiedene Mittel und Wege. Manche führen zu echter Heilung und lassen Menschen im Business und deren Organisationen wieder gestärkt aus einem Tief emporsteigen, andere unterdrücken nur kurzfristig die Symptome, jedoch gesundet der Prozess insgesamt nicht und der Kreislauf beginnt von vorne.

Bezogen auf unbesetzte Stellen heißt das, dass in den Firmen sehr viel Geld für scheinbar glücksbringende Rekrutierungskanäle investiert oder besser gesagt, ausgegeben wird, ohne sicher zu stellen, wann der ROI (return of investment) sich einstellen wird.

Der Weg zu echter Genesung mag manchmal mühselig erscheinen. Doch wer einmal das Ziel erreicht hat, weiß, dass all diese Mühen zu unbedeutenden Nichtigkeiten verblassen und sich der Weg für alle Beteiligten auszahlt.

Denn ähnlich wie bei der Kundengewinnung ist es in der Rekrutierung entscheidend, vor Investitionen zur Steigerung der Aktivitäten den Prozess zu untersuchen und Klarheit über die Qualität der bisherigen Abläufe und Kommunikation zu gewinnen.

Und dieser Weg der Ursachenforschung beginnt immer mit einer individuellen Analyse.

Es lohnt sich.

Die Autorin ist Unternehmerin,

und Personalexpertin.

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