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Schulunterricht wäre effizienter, wenn er mehr Unterhaltungswert hätte. Doch wie ist das zu erreichen?

Gastwirtschaft

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Über die Kunst, Wissen unterhaltsam zu vermitteln.

Vor einigen Wochen habe ich gelesen, dass es einen neuen Begriff in der Welt der Trainer, Coaches und Speaker gibt: Edutainment. Eine Verschmelzung der beiden Begriffe education (Bildung, Ausbildung, Erziehung) und entertainment (Unterhaltung). Die klare Botschaft lautete: Es geht vor allem darum, Wissensvermittlung mit einem hohen Grad an Unterhaltung oder noch besser Showeffekten stattfinden zu lassen. Auf dem Bild war eine entfesselte Menschenmenge zu sehen, die einem Speaker (nach entsprechender Aufforderung) frenetisch zujubelte.

Meine erste Reaktion war: Ablehnung, Kopfschütteln und die Assoziation einer hochgradigen Manipulation der breiten Masse. Mein Gedanke ging im zweiten Stepp Richtung Bildungsauftrag der Schule und die heutige Form der Stoffvermittlung. Und dann fiel an diesem Tag auch noch folgender Satz meiner Tochter: „Mama, Du und Papa, Ihr habt wirklich Glück. Ihr habt Spaß bei Eurer Arbeit und seid glücklich. Wir müssen in die Schule.“

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Nicole Truchseß, Unternehmerin, Personalexpertin und Buchautorin.

Wer schulpflichtige Kinder hat, kennt die Problematik, dass ein langweiliger Unterricht leider meist auch dazu führt, dass man sich weder für die Schule noch für das Fach an sich interessiert, dass die Noten schlechter werden und die Motivation des geliebten Nachwuchses im Keller ist. Welch ein Unterschied, wenn es einem Lehrer oder einer Lehrerin gelingt, seine oder ihre Schützlinge für ein Thema zu begeistern. Wie einfach es dann auch ist zu lernen.

Bezieht man dann noch die Entwicklung der Medien und die zunehmende Macht von Influencern, die vor allem unsere Jugend digital stark beeinflussen, in die Überlegungen ein, bekommt der Gedanke des Edutainment noch einen ganz anderen Charme.

In Bezug auf die Schule würde das jedoch bedeuten, dass ich einen ganz anderen Verhaltenstyp als Lehrkraft suche. Ein Entertainer entspricht nicht gerade dem Bild eines Coaches, der auf den Gemeinschaftsschulen gefragt ist. Was also tun?

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass beides in der Wissensvermittlung wichtig ist. Das Talent, Zuhörer, emotional mitzunehmen und zu unterhalten. Und die Kompetenz, sich zurückzunehmen und sich individuell im Einzelcoaching auf die zu schulende Person zu konzentrieren. In der Erwachsenenbildung sind dies verschiedene Berufsbilder. Wieso sollte es daher nicht auch in den Schulen gelingen?

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