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Angenommen, hier wäre ein echter Verbrecher zu sehen. Und - noch absurder - angenommen, er hätte eine Einbrecher-Lizenz ...

Gastwirtschaft

Wie wäre es mit Lizenzen für Verbrecher?

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Wie wäre es, wenn der Staat Kriminalität in einem bestimmten Umfang erlauben würde - mit dem Ziel, sie allmählich einzudämmen? Ein Gedankenexperiment.

Ausufernde Kriminalität ist bedrohlich für das Staatswesen und die Gesellschaft. Lassen Sie uns fiktiv annehmen, dass die politische Führung auf die Idee käme, Verbrechenslizenzen zu erteilen, um Herr des Problems zu werden. Eine amtliche Erlaubnis zur Ausführung festgelegter Straftaten. 

Der leitende Gedanke dahinter wäre, dass sich Kriminalität nicht hundertprozentig ausmerzen lässt und man es auf diesem Weg erreichen könnte, sie allmählich einzudämmen.

Clans und Mafiafamilien als Vermittler

Die Lizenzen verkauft oder versteigert man zu Gunsten der Staatskasse als zeitlich befristete und in ihrer Anzahl sich verringernde Zertifikate. Sowohl einzelne Personen als auch organisierte Banden ließe man für den Erwerb zu. 

Da das Vorhaben ohne Registrierung der Käufer schwer durchführbar und mit dem Misstrauen der Kriminellen zu rechnen wäre, schaltet man lokale Clans und Mafiafamilien als Vermittler dazwischen. Diese garantieren den Verbrechern Anonymität und fungieren als Instanz, die bei der Überwachung und Ahndung von Verstößen eingriffe.

Traditions-Syndikate schützen Arbeitsplätze

Ebenso für die Vergabe von Ausnahmegenehmigungen wären sie bedeutsam. Man ermöglicht alteingesessenen Organisationen, ihre widerrechtlichen Aktivitäten nicht im gleichen Maße zu reduzieren, wie man es für Otto-Normal-Verbrecher vorsähe. Ein plausibles Argument dafür sind Arbeitsplätze, die innerhalb solcher Verbrechenseinheiten in Gefahr kämen, wenn man zu restriktiv vorginge.

Aus Sicht des Staates und der Kommunen böten sich mehrere Vorteile: Es führte zu einer Reduzierung von Straftaten und damit zu einem verbesserten Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. Polizeiarbeit würde deutlich entlastet und erhebliche Geldbeträge stünden zur Verfügung. Beispielsweise zur Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen, die sich um Verbrechensopfer kümmern. Präventive Maßnahmen, ob öffentlich oder privatwirtschaftlich getragen, könnten finanziell gefördert werden. Auch die Rückverteilung eines Teils der Einnahmen pro Kopf der Bevölkerung wäre eine Option. 

Verbrechen würden sich endlich auszahlen - und zwar für alle

Andreas Bangemann, Redakteur der Zeitschrift „Humane Wirtschaft“.

Ohnehin unvermeidliche Verbrechen zahlten sich, trotz weiterhin bestehender Verwerflichkeit, für die Allgemeinheit in klingender Münze aus.

Diese Gedankenspielerei erscheint abwegig, weil es um menschliche Opfer geht. In Bezug auf die unbelebte Natur sieht die Sache anders aus. Vergehen an ihr spüren wir nicht unmittelbar.

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