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Massentierhaltung trägt nicht nur zum Ausstoß von CO2 bei, sondern begünstigt auch den Ausbruch von Pandemien.
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Massentierhaltung trägt nicht nur zum Ausstoß von CO2 bei, sondern begünstigt auch den Ausbruch von Pandemien.

Entwicklung

Nach Corona: Leave no one behind?

  • Thomas Gebauer
    VonThomas Gebauer
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Wir müssen die strukturelle Ursachen der Corona-Krise bekämpfen - und deshalb auch über unseren Lebensstil nachdenken.

Unter der Schirmherrschaft des Wirtschaft- und Sozialrates der Vereinten Nationen wird im kommenden Juli das „High Level Political Forum for Sustainable Development“ (HLPF) zusammenkommen, um über den Stand der UN Agenda 2030 mit ihren 17 nachhaltigen Entwicklungszielen, den SDGs, zu beraten.

Das Thema, dass sich das Forum vorgenommen hat, ist ambitioniert, aber der Lage angemessen. Es soll um die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Dimensionen einer wirksamen Überwindung der Covid-19-Pandemie gehen, denn nur so wird sich ein Scheitern der mit großer Erwartungen verbundenen SDG-Agenda verhindern lassen.

Die Pandemie hat vielen die Augen geöffnet, auch vielen Regierungsvertreter:innen. Es stimmt, dass das Virus alle Menschen gleichermaßen treffen kann, doch sind nicht alle gleich betroffen. Manche haben Zugang zu modernsten Impfstoffen, anderen mangelt es schon an sauberem Wasser für einfache Hygienemaßnahmen. Die soziale Ungleichheit, die in der Welt herrscht, ist nicht vom Himmel gefallen, sondern hat strukturelle Ursachen, die aus den herrschenden Machtverhältnissen resultieren.

Es ist höchste Zeit, die eigentlichen Triebfedern von Krisen in den Blick zu nehmen. Beispielsweise ist längst bekannt, dass das Risiko für Zoonosen, bei denen Viren von (Wild)-Tieren auf Menschen überspringen, in dem Maße wächst, wie die Wälder der Welt einer expandierenden Viehwirtschaft weichen müssen oder für die Rohstoffgewinnung gerodet werden. Es ist unser Lebensstil, der nachhaltigen Entwicklungen im Wege steht.

Solche Zusammenhänge gilt es anzugehen, wenn aus der Überwindung von Corona und damit den SDGs noch etwas werden soll. Es reicht nicht, sich und alle dazu aufzufordern, niemanden zurückzulassen. So sympathisch das Motto der SGDs „Leave no one behind!“ klingt, suggeriert es letztlich, dass Menschen nicht ausgebeutet, nicht systematisch diskriminiert, sondern nur vernachlässigt werden. Dass es nicht um die Bekämpfung der strukturellen Ursachen von Krisen gehen müsse, sondern nur um deren Abmilderung, sei es durch effizienteres Management oder ein paar Millionen mehr Entwicklungshilfe.

Krisen aber lassen sich niemals mit dem demselben Denken überwinden, das sie bewirkt hat (Albert Einstein).

Thomas Gebauer, langjähriger Geschäftsführer von Medico International, lebt heute als freier Publizist in Frankfurt.

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