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Letztlich ist die Gesellschaft nichts anderes als eine große Organisation, und was wir in Unternehmen beobachten, gilt auch hier: Menschen brennen weder für Zahlen, Statistiken und Quoten, noch für realitätsferne Szenarien.
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Letztlich ist die Gesellschaft nichts anderes als eine große Organisation, und was wir in Unternehmen beobachten, gilt auch hier: Menschen brennen weder für Zahlen, Statistiken und Quoten, noch für realitätsferne Szenarien.

Gastwirtschaft

Krisen managen

  • Matthias Kolbusa
    VonMatthias Kolbusa
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Wir brauchen in Pandemie-Zeiten emotional aufgeladene Zielbilder. Dabei geht es nicht um Inzidenzen und Prävalenzen, die kaum jemand versteht.

Zwar stützt die Bevölkerung noch die harten Regierungsmaßnahmen gegen Covid-19, doch steigt der Unmut über das Hin und Her, dem eine klare Linie zu fehlen scheint. Diese Linie kann es angesichts rauf und runter schwappender RKI-Kennzahlen aber kaum geben. Wenn das Wetter im April jeden Tag anders ist und der Wetterfrosch kapituliert, fällt es schwer, am Abend die passenden Kleider für den Morgen herauszulegen.

Woran es allerdings mangelt, ist ein greifbares Zielbild für die Menschen. Dabei geht es nicht um Inzidenzen und Prävalenzen, die kaum jemand versteht. Ein Zielbild ist eine lebendige Vorstellung davon, auf welchen konkreten Zustand das Handeln hinauslaufen soll. Wie sieht eine glaubwürdige und erstrebenswerte Welt aus, in der wir wieder unbeschwert leben und arbeiten können? Ein Zielbild, das die Bürger:innen von Herzen mittragen wollen.

Letztlich ist die Gesellschaft nichts anderes als eine große Organisation, und was wir in Unternehmen beobachten, gilt auch hier: Menschen brennen weder für Zahlen, Statistiken und Quoten, noch für realitätsferne Szenarien. Ebenso lassen sie sich nicht dauerhaft durch Angst antreiben. Peitschenschwingende Projektleiter in Unternehmen erleben das schmerzhaft. Ihre Methoden nutzen sich ab, und aus Halbherzigkeit wird Verweigerung.

Wenn Menschen einen Weg optimistisch und solidarisch mitgehen sollen, brauchen sie das emotional aufgeladene Bild einer Welt im Kopf, für die es sich zu kämpfen lohnt. Doch statt daran zu arbeiten, liefert nicht nur die Regierung, sondern die gesamte Politik ein Bild ab, das Eifersüchtelei, Opportunismus, Ego-Spielchen und Rechthaberei über Erkenntnisgewinn stellt. Wissenschaft und Medien geben im Übrigen auch kein sonderlich gutes Bild dabei ab.

Wie unerlässlich es ist, ein solches Zielbild glaubwürdig und geschlossen zu vermitteln, zeigt sich in Unternehmen jeden Tag. Abstrakte Konzepte, Ego-Neurosen und Erkenntnisblindheit verhindern Engagement und Solidarität. Ist das Zielbild hingegen attraktiv, muss der Weg nicht gerade sein. Die Menschen gehen trotzdem konzentriert, vertrauensvoll und freiwillig mit. Wer glaubt, Managen sei eine rein rationale Sache, der irrt. In Wahrheit ist es eine hochemotionale Angelegenheit, nicht nur in Krisen - und auch in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft.

Der Autor ist Unternehmer sowie Veränderungsexperte.

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