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Was, wenn das Vorstellungsgespräch gar nicht erst erreicht wird, weil Künstliche Intelligenz die Bewerbungsunterlagen analysiert – und potentielle Mitarbeiter:innen aufgrund von Alter oder Geschlecht ausschließt?
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Was, wenn das Vorstellungsgespräch gar nicht erst erreicht wird, weil Künstliche Intelligenz die Bewerbungsunterlagen analysiert – und potentielle Mitarbeiter:innen aufgrund von Alter oder Geschlecht ausschließt?

Künstliche Intelligenz

Können Algorithmen gerecht sein?

  • vonPhilippe Lorenz
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Der Anspruch der europäischen Politik muss sein, die Gefahren dieser Technologie vorherzusehen und sie entsprechend zu regulieren. Doch dafür sollten die Verantwortlichen die technischen Standards erst einmal verstehen.

Bald könnte eine Künstliche Intelligenz (KI) über Ihre Zukunft entscheiden. Zum Beispiel wenn sie Bewerbungsunterlagen analysiert und Empfehlungen für die Einstellung abgibt. Damit es bei diesen Auswahlprozessen auch fair zugeht und niemand aufgrund des Geschlechts oder Alters diskriminiert wird, muss sichergestellt sein, dass eine KI gerecht entscheidet. Aber was heißt das genau? Die Antwort auf diese Frage sollte nicht nur Unternehmen überlassen, sondern auch von der Politik mitentschieden werden. Allerdings brauchen Politiker:innen dafür ein tieferes Verständnis der technischen Funktionsweise von KI und müssen in den entscheidenden Steuerungsgremien vertreten sein.

Jede KI funktioniert durch die Algorithmen ihrer Software. Im Rahmen der Standardisierung bemühen sich Technologiefirmen derzeit sehr, eigene technische Lösungsansätze zu entwickeln, um ethische Ansprüche an diese Algorithmen zum Industriestandard zu machen.

Ähnlich wie beim CD-Format, das firmenübergreifend entwickelt und später als internationaler Standard angenommen wurde, einigen sich die potenziell betroffenen Unternehmen auf technische Standards in sogenannten Normungs- und Standardisierungsorganisationen. Durch solche Standards können Systeme unterschiedlicher Firmen ineinandergreifen. So funktioniert eine CD auf allen CD-Playern.

Der Vergleich hat aber seine Grenzen: Anders als das CD-Format verändert sich KI stetig und die potenziellen Gefahren für uns als Gesellschaft und Individuen sind ungleich höher. Deshalb ist die Standardisierung, die die Wirtschaft leistet, ein wichtiger Schritt. Mindestens genauso wichtig ist es aber, dass die Politik ein Verständnis für die technischen Grundlagen entwickelt, um die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen von KI einzuordnen. Das ermöglicht, technische Standardisierungsprozesse zu begleiten und sie mit politischen Schutz- und Regulierungszielen zu verknüpfen.

Der Anspruch einer europäischen KI-Politik muss sein, die Gefahren dieser Technologie vorherzusehen und zu verhindern. Dafür müssen sich politische Entscheidungsträger auch mit dem technischen und trockenen Thema der Standardisierung beschäftigen: Vorgänge, Prozesse und Themen aus diesem Bereich enthalten wichtige Informationen für die eigenen politischen Handlungsbedarfe in der Regulierung von KI.

Philippe Lorenz ist Projektleiter für den Bereich KI-Governance der Stiftung Neue Verantwortung.

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