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In Afrika wird zu viel Mais angebaut und zu wenig nahrhafte Hirse und Sorghum.
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In Afrika wird zu viel Mais angebaut und zu wenig nahrhafte Hirse und Sorghum.

Welternährungsgipfel

Knallharte Interessen

UN-Generalsekretär António Guterres hat für September zu einem „Food Systems Summit“ eingeladen. Zivilgesellschaftliche Gruppen fürchten, dass die industrielle Landwirtschaft im Hintergrund die Fäden zieht. Die Kolumne Gastwirtschaft von Astrud Beringer.

Im Herbst richtet UN-Generalsekretär António Guterres einen Ernährungsgipfel aus. Hunderte zivilgesellschaftliche Organisationen und Wissenschaftler:innen boykottieren diesen „Food Systems Summit“ in einer selten so deutlich artikulierten Opposition. Zu Recht: Der Gipfel unterscheidet sich stark von vorangegangen. Er wurde nicht wie üblich von den UN-Mitgliedsstaaten beschlossen, sondern alleine vom Generalsekretär unter Beteiligung des Weltwirtschaftsforums. Dieses hatte sich kurz zuvor durch eine „Strategische Partnerschaft“ mit den Vereinten Nationen direkten Zugang zur UN-Führungsebene verschafft.

Kritikerinnen und Kritiker sehen daher auch die aktuellen Diskussionen zu den einzelnen Themen des Gipfels eher als Nebelkerzen. So werden sicherlich progressive Themen wie Agrarökologie oder Indigenenrechte auf dem Gipfel angesprochen. Deren vorhandenen Umsetzungsgremien werden genauso sicher jedoch nicht gestärkt. Denn tatsächlich geht es darum, im Hintergrund die globale Politikgestaltung neu zu organisieren und vorhandene menschenrechtsbasierte Gremien wie den Welternährungsrat zu schwächen.

Die Frage ist daher: Wie sieht die Welt der globalen Politikgestaltung für Ernährung nach dem Gipfel aus? Einen Vorgeschmack bekommt man bei den in dieser Woche veranstalteten Wissenschaftstagen, den „Science Days“ des Gipfels. Dort tritt ein extrem gut vernetzter Zirkel von Befürworter:innen der industriellen Landwirtschaft und Gentechnik auf. Sie werden neue Gremien vorschlagen, in denen sie selbst eine bedeutende Rolle spielen würden. Und so sollen auch Meilensteine der Wissenschaft wie den Weltagrarbericht zum Status der globalen Landwirtschaft vergessen werden. Denn dieser kam zu dem Schluss: Ein „Weiter so“ kann es nicht geben.

Mit dieser Gesamtzusammensetzung – keine transparenten Entscheidungsstrukturen und eine Riege tonangebender und exzellent vernetzter Befürworter:innen des „Weiter so“ – steht der Gipfel seinem zentralen Ziel einer Transformation unserer nicht nachhaltigen und ungerechten Ernährungssysteme grundlegend entgegen. Vielmehr werden Hungerbekämpfung und Nachhaltigkeit als Argumente missbraucht, um knallharte Interessen durchzusetzen.

Astrud Beringer ist Expertin für Ernährungssouveränität und arbeitet zum UN-Welternährungsgipfel bei der Menschenrechtsorganisation Fian.

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