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Kontrolle oder Vertrauen? Firmen müssen die richtige Balance finden.
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Kontrolle oder Vertrauen? Firmen müssen die richtige Balance finden.

Firmenkultur

Kluges Vertrauen

  • Boris Grundl
    VonBoris Grundl
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Warum Kontrolle in Unternehmen dennoch unverzichtbar ist.

Wenn ich kontrolliert werde, ist das der Beweis, dass man mir nicht vertraut.“ Diese Moralkeule hören wir jeden Tag in den Gängen von Firmen. Die Beschwerde hält sich hartnäckig: Vertrauen sei gut, Kontrolle schlecht. Als gäbe es einen Schalter – keine Kontrolle heißt Vertrauen; Kontrolle gleich Misstrauen. Wie kommt es zu dieser armseligen Differenzierung?

Zum einen wurde Kontrolle oft als Instrument der Unterdrückung missbraucht. Zum anderen empfinden übersensible Menschen Kontrolle als Selbstwertnagelprobe. Leider lassen zahlreiche Firmenkulturen beide Formen der Kontrollphobie zu.

Doch Kontrolle kann auch anders wirken. Sie lässt sich als Mittel sehen, sich weiter zu entwickeln. Auch ein Formel-1-Pilot bekommt nach einer Trainingsrunde unzählige Daten über seine Fahrleistung – also Kontrolle. Er empfindet sie als Hilfe, seine Ziele zu erreichen. Doch wie können Mitarbeiter:innen lernen, Kontrolle ebenfalls als Hilfsmittel zu sehen? Hier kommt das Vertrauen ins Spiel – genauer: die kluge Balance von Ver- und Misstrauen.

Wer zu viel vertraut, ist entweder zu faul oder zu idealistisch. Faulheit scheut den Aufwand für Kontrollinstrumente, Idealismus vernebelt die Einsicht über ihre Notwendigkeit. Der Gegenspieler Misstrauen entsteht durch enttäuschte Erwartungen. Da diese Verletzungen noch nicht verarbeitet wurden, mündet die Angst vor erneutem Schmerz oft in Kontrollwahn.

Die meisten bewegen sich entweder in vollem Vertrauen (und damit in Sicherheit) oder in Misstrauen (und damit im Zweifel). Die Transformation von beidem heißt „kluges Vertrauen“ – ein mentaler Zustand, der aus zwei Dritteln Vertrauen und einem Drittel Misstrauen besteht. Ersteres entsteht, wenn sich das Bewusstsein auf Themen ausrichtet, die einen mit etwas oder jemandem verbinden. Misstrauen, wenn wir uns darauf konzentrieren, was uns von etwas oder jemandem trennt. Wer also klug vertraut, nimmt verbindende und trennende Elemente gleichzeitig wahr und konzentriert sich auf das Verbindende.

Kluges Vertrauen sorgt für Schnelligkeit in einer Organisation, indem beispielsweise alle relevanten Informationen zügig zur entscheidenden Stelle gelangen. Ohne Tamtam und politische Spielchen. Dadurch bringt kluges Vertrauen bares Geld und wird zum Hard Skill. Diese Art Reife trägt die gesamte Firmenkultur.

Der Autor ist Führungskräfteentwickler mit eigener Akademie, Vortragsredner und Autor.

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