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Inspiration durch Nichtstun

Ins Kloster für neue Ideen

  • Matthias Kolbusa
    VonMatthias Kolbusa
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Warum Manager weniger arbeiten sollten. Die Gastwirtschaft.

Wenn jemand auf einer Party meint, deutsche Manager arbeiteten zu viel, erntet er oft Widerspruch. Auch die Manager selbst haben oft das Gefühl, dass sie nicht genug schaffen. Sie hetzen von Termin zu Termin, um möglichst viel gemanagt zu kriegen. Doch so sehr sie sich die Hacken ablaufen, so sehr klebt ihnen das Pech am Stiefel.

Dabei übersehen sie, dass ihr Managen besser als seine Materie ist. Denn Erfolg geht nur mit tollen Ideen. Für die aber fehlt es an der Kreativität, die in der Dauerhatz auf der Strecke bleibt. Denn To-do-Listen abzuhaken, macht selbst bei Vollgas nicht erfolgreich. Im Gegenteil: Wer schlechte Ideen super managt, vergrößert den Schaden sogar.

Mein Tipp lautet daher, mal ins Kloster oder ins Museum zu gehen – an einem Arbeitstag wohlgemerkt! Zwar kommt der Geistesblitz nicht postwendend, wenn man mit einem Geistlichen redet oder sich von Exponaten inspirieren lässt. Aber er kommt – meist, wenn man loslässt: unter der Dusche oder bei einem Glas Wein.

Erfolgreiche Künstler machen es vor. Sie leben nicht in den Tag hinein, um auf zufällige Inspiration zu hoffen. Sie steuern ihr „freies“ Denken bewusst, um sich Raum und Zeit dafür zu geben. Ihrem Beispiel folgend sollte das ungezwungene Denken fest im Alltag des Managers verankert werden. Solide Strukturen und kreative Freiräume sind keine Gegensätze, sondern gehören zusammen.

Angeblich kam Isaac Newton die Erleuchtung zur Gravitationstheorie unterm Apfelbaum, und die Idee zum Klettverschluss entstand, als sich der Hund von Georges de Mestral eine Klette einfing. Die beste Lösung, einen Vertrieb zu reorganisieren oder eine Unternehmensfusion zu realisieren, bedeutet technisch nichts anderes.

Warum also nicht einfach mal zwei Stunden „nichts“ tun – vielleicht Donnerstagmittag, wenn die Energiekurve sowieso nach unten zeigt. Das Tolle daran: Das Gehirn arbeitet weiter und produziert Ideen, auf die es unter Starkstrom nie gekommen wäre. Als Manager sollten wir uns regelmäßig zur Muße anhalten – und sie vor allem unseren eigenen Mitarbeitern nicht vorenthalten.

Beim Manager-Bashing auf der nächsten Party wissen Sie es jetzt besser: Die meisten Manager arbeiten nicht zu wenig, sondern zu viel – und das ist das Problem, an dem sie arbeiten müssen.

Der Autor ist Unternehmer sowie Veränderungsexperte. Zuletzt erschien von ihm „Konsequenz! Management ohne Kompromisse – Führen mit Klarheit und Aufrichtigkeit“ (Ariston-Verlag).

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