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Stahlwerke (hier Thyssen-Krupp in Duisburg), Chemie- und Zementwerke sind für einen nennenswerten Teil der Treibhausgasemissionen in Deutschlands verantwortlich.
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Stahlwerke (hier Thyssen-Krupp in Duisburg), Chemie- und Zementwerke sind für einen nennenswerten Teil der Treibhausgasemissionen in Deutschlands verantwortlich.

Pakt mit der Industrie

Klimaneutral produzieren

  • Katharina Dröge
    VonKatharina Dröge
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Die Gesellschaft und die Wirtschaft sind bereit. Jetzt muss die Bundesregierung handeln. Ein Gastbeitrag von Katharina Dröge.

Die Bundesregierung hat es versäumt, die Weichen auf Klimaneutralität zu stellen. Und das ist nicht nur fatal für die Zukunft unseres Planeten. Das ist auch ein Standortrisiko für die deutsche Wirtschaft geworden. So klar haben das führende Vertreter der Grundstoffindustrie in einem Brandbrief an die Bundesregierung formuliert. In einem bemerkenswerten Appell fordern sie eine Politik, die endlich ernst macht mit dem klimaneutralen Umbau der Wirtschaft.

Dieses klare Statement ist enorm wichtig. Denn die Industrie ist für 23 Prozent der Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Ein hoher Anteil fällt dabei auf die Grundstoffindustrie, also auf die Schornsteine von Stahl-, Chemie- und Zementwerke. Wenn wir für diese Branchen keine Zukunftsperspektive entwickeln, verlieren sie im Wettbewerb den Anschluss und die Klimaziele rücken in weite Ferne.

In vielen Fällen ist die klimaneutrale Produktion bei den heutigen CO2-Preisen noch nicht rentabel. Die Unternehmen müssen aber jetzt investieren, um ihre Anlagen zu modernisieren, damit sie in kommenden Jahrzehnten klimaneutral produzieren können.

Die Bundesregierung muss deshalb einen Klimapakt mit der Industrie schließen. Das bedeutet einerseits, dass die Unternehmen sich der klimaneutralen Produktion verschreiben. Andererseits müssen wir ihnen aber auch die notwendige Unterstützung für diesen Umstieg zusichern. Konkret heißt das, den Unternehmen die Kosten einer klimaneutralen Produktion, die über den CO2-Preis hinaus gehen, zu erstatten. Sollte der CO2-Preis über den vertraglich festgelegten Preis steigen, muss das Unternehmen die Differenz an den Staat zurückzahlen.

Um die Nachfrage nach grünen Grundstoffen sicherzustellen, helfen Quoten in den verarbeitenden Branchen. So könnte festgelegt werden, dass ein bestimmter Anteil des in einem Auto verbauten Stahls aus klimaneutraler Herstellung kommen muss. Damit saubere Grundstoffe nicht einfach durch günstigere CO2-intensive Produkte aus dem Ausland ersetzt werden, müssen diese an der Grenze mit einem Aufschlag versehen werden.

Deutschland und Europa können zu Vorreiterinnen werden, die als Leitmärkte klimaneutraler Produkte in die Welt hinaus strahlen. Unsere Gesellschaft und unsere Wirtschaft sind bereit dafür. Jetzt braucht es eine Regierung, die das umsetzen kann.

Katharina Dröge ist Sprecherin für Wirtschaftspolitik der Bundestagsfraktion der Grünen.

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