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Die streikenden Schüler*innen rund um Greta Thunberg bringen die fehlenden Aussichten auf eine lebenswerte Zukunft ganz vorn auf die Agenda.

Klimakollaps

Fridays for Future & Co: Die Hoffnung ist ansteckend

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So wie wir aktuell wirtschaften, verheizen wir unseren Planeten und damit unsere Chance auf eine bessere Zukunft. Was wir brauchen, sind mutige Visionen. Die Wirtschaftskolumne.

Fällt es Ihnen auch leichter, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus? Wenn nein, dann gratuliere ich und lade Sie ein, Ihre Vorschläge für die postkapitalistische Gesellschaft in den Onlinekommentaren vorzustellen (ernsthaft). Wenn ja, dann geht es Ihnen ähnlich wie vielen Menschen, mit denen wir vom Konzeptwerk regelmäßig diskutieren.

Fast alle teilen die Ansicht, dass es angesichts des drohenden Klimakollapses, der schreienden sozialen Ungerechtigkeit weltweit und des Legitimationsverlusts demokratischer Institutionen ein neues System braucht – aber was da kommen soll, können sich nur wenige vorstellen.

Gastwirtschaft

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Nina Treu vom  Konzeptwerk Neue Ökonomie.

Die streikenden Schüler*innen von Fridays for Future – und die davon inspirierten Parents, Scientists & Co. for Future – bringen diese fehlenden Aussichten auf eine lebenswerte Zukunft ganz vorn auf die Agenda. Denn: So wie wir aktuell wirtschaften, verheizen wir unseren Planeten und damit unsere Chance auf eine bessere Zukunft. Sie fordern bei den Emissionen „Nettonull“ bis 2035, einen Kohleausstieg bis 2030 und 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung bis 2035.

Das allerdings kann in einem Industrieland wie Deutschland nur gelingen, wenn die Wirtschaft massiv umgebaut wird und diese ökologischen Ziele mit sozialen Zielen verknüpft werden – wie etwa der Umverteilung mittels einer massiven sozial-ökologischen Steuerreform, Arbeitszeitverkürzung und Maximalvermögen. Wir brauchen eine Transformation, um zum guten Leben für alle zu kommen.

Und dafür braucht es mutige Visionen, die Lust machen auf eine bessere Zukunft, und die zum Handeln ermutigen. Denn: Hoffnung ist ansteckend. Hoffnung ist nicht einfach da, sie entwickelt sich.

Nina Treu

Machen Sie sich also auf die Suche nach Personen, Gruppen und Projekten, die Sie begeistern: der Gemeinschaftsgarten, das solidarische anti-rassistische Café, ein sozial-ökologischer Betrieb, eine der oben genannten „For Future“-Gruppen, das Bündnis für eine große Demo? Begeben Sie sich in Räume, wo Sie andere treffen, die ebenfalls suchen und in denen Zusammensein, Arbeiten und Wirtschaften anders funktioniert.

Lassen Sie sich inspirieren. Denn nur wenn wir gemeinsam Visionen für einen grundsätzlichen Wandel entwickeln, werden wir diesen auch verwirklichen können.

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