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Unwetter in China
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Überschwemmungen in der chinesischen Provinz Henan: Unsere Lebens- und Produktionsweise verheizt das Klima – inzwischen auch bei uns. Und wir wissen es seit Jahrzehnten.

Klimapolitik

Keine Zeit für leeres Geschwätz

  • Nina Treu
    VonNina Treu
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Der sozial-ökologische Umbau muss jetzt beginnen – sonst haben wir überhaupt keine Möglichkeit mehr, die Wirtschaft auf einen klimaneutralen Pfad zu bringen.

So. Da haben wir’s. Der Klimawandel ist da. Hier. Jetzt. Seit in Deutschland vor zwei Wochen harmlose Flüsse zu existenzzerstörenden Wasserwalzen wurden, kann das auch hierzulande niemand mehr bezweifeln. Oder doch?

Da ist die Frage: „Ist das schon der Klimawandel, oder ist das noch Wetter?“ Und sie ist falsch gestellt, weil das Klima das Wetter bedingt, da ist kein Entweder-oder. Ein Extremwetterereignis allein ist kein Klimawandel, ja. Aber dass durch den Klimawandel Extremwetter weltweit zunimmt, ist wissenschaftlicher Konsens. Dementsprechend klingt die Frage wie eine Abwehr.

Haben wir noch Zeit, den Kopf in den Sand zu stecken? Den Nerv, so zu tun, als ob der Klimawandel uns nicht betrifft?

Nein: Es ist zu spät, um wegzusehen! Menschen sterben weltweit, weil unsere Lebens- und Produktionsweise das Klima verheizt. Und nun auch in Deutschland, was absehbar war. Nur die Politik scheint das noch nicht verstanden zu haben.

Zur Erinnerung: Das globale Klimaschutzabkommen UNFCCC gibt es seit 1992. Den globalen Klimarat IPCC seit 1994. Eine grüne Regierungsbeteiligung hierzulande gab es von 1998 bis 2005. Klimacamps in Deutschland gibt es seit 2008. Das Pariser Klimaabkommen seit 2016. „Fridays for Future“ seit 2018. Das Wissen um die Notwendigkeit von ambitionierter Klimapolitik ist seit Jahrzehnten da, der gesellschaftliche Druck nimmt zu. Und doch passiert nahezu nichts.

CDU/CSU wollen weiterhin: Kohleausstieg erst 2038. Klimaneutralität erst 2045. Sie wollen die Autoindustrie erhalten und 48 Millionen Autos elektrifizieren. Letzteres versprechen auch die Grünen. Woher Strom und Ressourcen kommen sollen – niemand weiß es.

Doch wenn wir die Klimakrise abwenden wollen, müssen wir unter der 1,5-Grad-Grenze bleiben. Wenn wir so weitermachen wie bisher, reicht unser globales CO2-Budget noch bis zum Jahr 2035. Sprich: Die Ziele der Union sind ein Hohn fürs Klima.

Wenn wir die Wirtschaft nicht jetzt umbauen, haben wir überhaupt keine Möglichkeit mehr, sie „klimaneutral“ umzubauen. Wir haben keine Zeit für leeres Geschwätz von Politiker:innen, die den Klimawandel nicht ernst nehmen. Wir müssen den sozial-ökologischen Umbau jetzt einleiten. Sonst ist es zu spät.

Die Autorin ist Mitbegründerin des Konzeptwerks Neue Ökonomie und Kandidatin der Linken zur Bundestagswahl.

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