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Keine Angst vor dem Wandel

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Von: Dennis Fischer

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Wir jagen zwar keine Mammuts mehr, aber dafür jagt ein Change Projekt das nächste (Szene aus der ZDF-Doku „Das Ende der Eiszeit-Giganten“).
Wir jagen zwar keine Mammuts mehr, aber dafür jagt ein Change Projekt das nächste (Szene aus der ZDF-Doku „Das Ende der Eiszeit-Giganten“). © Holger Neuhäuser/ZDF

Häufig hilft es schon, im Team über Veränderungen und damit einhergehende mögliche Verluste zu sprechen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Angenommen, ich würde Ihnen anbieten: „Ab nächstem Monat verdienen Sie netto 500€ mehr!“ Da würden Sie sich nicht beschweren, oder? Wenn ich Ihnen jedoch sage: „Ab nächstem Monat bekommen Sie netto 500€ weniger“, wären Sie vermutlich nicht mehr ganz so entspannt.

Diese Woche habe ich mit der Führungskraft eines Konzerns gesprochen, die meinte: „Meine Leute tun sich so schwer mit Neuem. Sie haben Angst vor Veränderung.“ Aber ist es wirklich die Angst vor Veränderung oder nicht vielmehr die Angst vor Verlust?

Ich würde behaupten, dass die meisten Menschen nur wenig Probleme mit Veränderungen haben – solange sie zu ihrem Vorteil sind. Wir gehen jedoch meistens vom Schlimmsten aus und fürchten den Verlust. Diese Aversion hat sich evolutionär in uns festgesetzt und aus diesem Grund gewichten wir Verluste viel stärker als Gewinne. Einige Forscher erklären dieses Verhalten damit, dass wir in der Steinzeit nur eine bestimmte Menge an Fleisch oder anderen Nahrungsmitteln verarbeiten konnten. Es gab noch keine Kühlschränke und so war die Freude über fünf erlegte Tiere schnell dahin, weil das Fleisch schneller verdarb, als es verwertet werden konnte. Wenn wir jedoch längere Zeit keine geeignete Nahrung fanden, schlug unser Hirn Alarm und versetzte uns in einen hellwachen Zustand, der beim Jagen durchaus förderlich war.

Wir jagen zwar keine Mammuts mehr, aber dafür jagt ein Change Projekt das nächste. Dabei frage ich mich, warum es überhaupt noch den Begriff „Change Projekt“ gibt! Change hat in der Definition einen klaren Anfang und ein Ende. Das sehen wir aber heute nirgendwo mehr. Deshalb sprechen wir auch nicht von „Digitalem Change“ oder „Agilem Change“, sondern von „Digitaler Transformation“ oder „Agiler Transformation“. Kleines Wort, großer Unterschied!

Eine Transformation ist ein Prozess, der nicht zum Stillstand kommt. Genau das erleben wir derzeit und es wird auch in Zukunft so weitergehen. Ich glaube kaum, dass die Welt in den nächsten Jahrzehnten noch mal ruhiger wird. Da ist es klar, dass wir eine gewisse Angst verspüren.

Wenn Sie das nächste Mal – bei sich oder Ihrem Team – Angst vor der Veränderung spüren, fragen Sie sich doch mal, ob es nicht vielmehr die Angst vor Verlust in einer Welt der Transformation ist. Wenn dann die möglichen Verluste auf den Tisch kommen und diskutiert werden, verlieren sie häufig ihren Schrecken.

Der Autor ist Coach und Blogger.

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