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Kaum ein neuer Job ohne Netzwerk

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Von: Silke Grotegut

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Das Business-Netzwerk Xing ist nicht nur für die Jobsuche relevant.
Das Business-Netzwerk Xing ist nicht nur für die Jobsuche relevant. Auch um von Personaler:innen gefunden zu werden, lohnt sich die Profilpflege dort. © Rüdiger Wölk/Imago

Recruiter und Headhunter nutzen Linkedin und Xing ähnlich wie klassische Suchmaschinen. Wer gefunden werden möchte, sollte daher sein Profil mit den wichtigsten Keywords für den Job unterfüttern, den man anstrebt, und das eigene Netzwerk kontinuierlich ausbauen.

Klar gibt es noch klassische Stellenanzeigen. Die meisten Jobs werden heute aber unter der Hand vergeben. Je höher die Position, desto seltener schreiben Unternehmen Stellen überhaupt aus. Wer nicht über ein großes Netzwerk verfügt, einen guten Headhunter an der Hand hat oder Sichtbarkeit über seine Social-Business-Profile erzeugt, für den bleibt dieser verdeckte Arbeitsmarkt verschlossen.

Man sollte zwar meinen, dass es in Zeiten von Fachkräftemangel mehr Stellenangebote als Bewerber:innen gibt. Gerade die Situation am Arbeitsmarkt zwingt Personalabteilungen jedoch dazu, sich proaktiv um kompetente Kandidat:innen zu bemühen. Sie betreiben bei 70 Prozent aller Stellen Active Sourcing und sprechen die Wunschbesetzung für eine Position direkt an. Bei Führungspositionen liegt die Zahl noch höher. Da heute große Teile des Recruitings und des Sourcing-Prozesses digital ablaufen, haben Jobsuchende mit aussagekräftigen Social-Business-Profilen einen wirksamen Hebel, um nicht ausgeschriebene Stellen angeboten zu bekommen.

Denn die eigene Darstellung auf Xing oder Linkedin lässt sich in den meisten Fällen ohne großen Aufwand so verbessern, dass sie Interesse bei Headhuntern und Personalern erzeugt. Nur die Optimierung ihres Xing-Profils hat zum Beispiel einer 59-jährigen Mathematikern, seit 27 Jahren beim gleichen Unternehmen, innerhalb von zwei Wochen, vier Einladungen zu Vorstellungsgesprächen beschert.

Das funktioniert, weil Recruiter und Headhunter Linkedin und Xing ähnlich wie klassische Suchmaschinen nutzen. Wer gefunden werden möchte, sollte daher sein Profil mit den wichtigsten Keywords für den Job unterfüttern, den man anstrebt, und das eigene Netzwerk kontinuierlich ausbauen.

Aber natürlich gilt, wie im echten Leben, eine Etikette. Qualität geht über Quantität und Geben steht vor Nehmen. Wer durch Interaktion mit den Beiträgen anderer und eigenen durchdachten Posts zeigt, dass auch er oder sie Mehrwert bietet, kann sich leichter mit potenziellen Arbeitgebern, Referenzgebern oder Multiplikatoren vernetzen. Hier besteht außerdem die Chance, Expertise zu beweisen und sich eine eigene Personal Brand aufzubauen. Die macht sie oder ihn attraktiv für den nächsten Arbeitgeber, der vielleicht schon wartet.

Die Autorin war 14 Jahre lang

Personalerin beim Dax-Konzern

Telekom und arbeitet jetzt als

Karriereberaterin.

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