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Der Fahrradboom sorgt für Jobs in Deutschland.
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Der Fahrradboom sorgt für Jobs in Deutschland.

Beschäftigung

Das Fahrrad als Jobmotor

  • Wolfgang Kessler
    VonWolfgang Kessler
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Viele Radfahrerinnen und Radfahrer legen Wert auf Qualität und kaufen teure Räder „Made in Germany“ und auch werthaltiges Zubehör. Das schafft Arbeit.

Fast täglich warnen Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften vor dem Verlust von etwa 100 000 Arbeitsplätzen in der Autoindustrie durch den Klimaschutz. Wenig beachtet wird dagegen, dass die Verkehrswende auch viele neue Arbeitsplätze schafft. So entpuppt sich der Fahrradboom als wichtiger Jobmotor.

Nach einer Studie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie beschäftigte die Fahrradwirtschaft 2019 rund 281 000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte – rund 20 Prozent mehr als 2014 und mehr als die gesamte Bahnbranche mit 269 000 Arbeitsplätzen. Die Zahlen schließen Herstellung, die Reparatur, den Handel, das Zubehör und den zunehmenden Fahrrad-Tourismus ein.

Der Umsatz der Fahrradwirtschaft belief sich bereits 2018 auf knapp 25 Milliarden Euro, er ist seither weiter gestiegen. Getragen wird der Boom von einer rasant wachsenden Nachfrage nach hochwertigen Pedelecs und E-Bikes. Im Jahre 2019 wurden in Deutschland mehr E-Bikes verkauft als Diesel-Pkws.

Zum Jobmotor wurde der Fahrradboom auch, weil ein immer größerer Teil der Wertschöpfung in Deutschland bleibt. Viele Radfahrerinnen und Radfahrer legen Wert auf Qualität und kaufen teure Räder „Made in Germany“ und auch werthaltiges Zubehör.

Zwar wird die Fahrradwirtschaft kaum je die gegenwärtig 832 000 Arbeitsplätze der Autoindustrie erreichen. Dennoch könnte der Radboom einen beträchtlichen Teil der befürchteten Verluste von 100 000 Jobs auffangen.

Voraussetzung dafür ist die verstärkte Förderung dieses Verkehrsmittels. Schon die steuerliche Begünstigung von Dienstfahrrädern hat dazu geführt, dass immer mehr Firmen ihren Beschäftigten Fahrräder zur Verfügung stellen. Der Boom könnte noch an Fahrt gewinnen, wenn die Städte Fahrrad-gerechter umgebaut würden. Und wenn die Politik Fördermittel für die ökologisch umstrittenen Plug-in-Hybrid-Autos in die Subventionierung von Lastenrädern umleiten würde. Das käme Familien zugute, die ihre Kinder mitnehmen und mit dem Fahrrad einkaufen gehen.

Bedenkt man, dass auch der geplante Ausbau der Bahn Zehntausende neuer Jobs schaffen wird, ist das Jammern über ökobedingte Jobverluste in der Autoindustrie nur die eine Sicht. Die Gewissheit, dass die Verkehrswende auch viele neue Arbeitsplätze schafft, eröffnet eine andere.

Der Autor ist Wirtschaftspublizist. Von ihm erschien gerade das Buch „Macht Wirtschaft! Ökonomie verstehen und verändern“.

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