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Beim Internet der Dinge geht es nicht nur um  Automatisierung. Das neue Paradigma heißt Autonomisierung.

IoT

Das Internet wird die Infrastruktur unsere künftigen Wohlstands

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Alle reichen Städte lagen im Mittelalter an Flüssen. Heute bildet das Netz die Infrastruktur, die den Wohlstand bringt. Wer das versteht, investiert in Software und Services. Die Wirtschaftskolumne.

Vielen Unternehmen ist heute noch nicht wirklich klar, wie Software und Service in nicht allzu ferner Zukunft einen Großteil der Wertschöpfung in unseren Industrien übernehmen werden. Längst noch nicht alle haben verstanden, dass es bei der Digitalisierung und dem Internet der Dinge (IoT) nicht nur um Industrie 4.0, das heißt um Automatisierung und Effizienzsteigerungen geht. Mit dem IoT erleben wir eine neue Ära, komplett neue Möglichkeiten und eine sich radikal ändernde Wertschöpfung.

Es geht um ein neues Paradigma – Autonomisierung statt nur Automatisierung. Es geht darum, dass Menschen, Dinge und Unternehmen in neuen Geschäftsbeziehungen miteinander verbunden sein werden. Die Hardware ist dabei aber gar nicht mehr entscheidend, sondern nur noch Mittel zum Zweck. Der Mehrwert ergibt sich aus dem Fluss der Daten. Hier, im stetigen Tausch von Daten gegen Nutzen, liegt die Quelle der neuen Wertschöpfung.

Gastwirtschaft: Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Karl-Heinz Land,  Investor, Redner und Kenner der digitalen Transformation. Zuletzt erschien sein Buch: „Erde 5.0 – Die Zukunft provozieren“.

Wer dies versteht, sollte nicht nur Maschinen, Autos oder Anlagen bauen, sondern auch in Software und Services zur Steuerung seiner Produkte investieren. Es geht nicht mehr um die Dinge, es geht um die Services, die im IoT oder besser im Internet der Services bereitgestellt werden.

Damit wird das Netz zur neuen Infrastruktur unseres zukünftigen Wohlstandes. Denn unser Wohlstand ist schon immer dort entstanden, wo getauscht und gehandelt wurde. Alle reichen Städte im Mittelalter lagen daher an Flüssen, denn die Flüsse waren die damalige Infrastruktur unseres Wohlstandes. Erst danach kamen die Straßen, die Eisenbahn und später die Flughäfen, als die neuen Infrastrukturen des Wohlstandes.

Wenn jetzt viel in der Welt zur digitalen Wertschöpfung wird, wenn Flug- und Bahntickets zum QR-Code auf dem Handy werden, Filme und Musik nur noch digital im Netz gestreamt werden, Bücher als E-Book gelesen werden, Autos und Maschinen dank vorausschauender Wartung vor dem Ausfall bewahrt werden, wenn selbst der Herzinfarkt, dank Sensorik und Dauer-EKG im Fitnessband, in wenigen Jahren vier bis fünf Tage vorhergesagt werden kann und das autonome Auto demnächst dank des Netzes alleine fährt, so wird klar, die Wertschöpfung ist längst in die Software und den Service übergegangen.

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