1. Startseite
  2. Wirtschaft
  3. Gastwirtschaft

In Leadership investieren

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Beutler

Kommentare

Führen „nebenbei“ zu erledigen – Alltag in vielen Start-ups.
Führen „nebenbei“ zu erledigen – Alltag in vielen Start-ups. © Eugenio Marongiu/imago

In deutschen und europäischen Start-ups ist gute Führung zu oft bloße Nebensache.

Ein Start-up zu führen ist ein Marathon, mit andauernd hohem Tempo und stetiger Veränderung. Regelmäßig erlebe ich, dass vielversprechende Unternehmen zwar gute Leader haben, aber an schlechtem Management scheitern. Anders als in Konzernen mit einer Armada von Vorgesetzten, kann in einem Start-up ein mittelmäßiger Chef oder eine Chefin das gesamte Unternehmen im Alleingang an die Wand fahren. Fleiß ist dabei selten das Problem. Aber dass es am Ende des Tages weh tut, weil man sich verausgabt hat, ist kein Indikator für Erfolg oder gutes Management.

Wir brauchen eine Kultur, die das Thema Führung zu einem solchen macht. Hier hinken wir in Deutschland und Europa insgesamt meilenweit hinterher. Führen gilt als etwas, das man nebenbei erledigt, es gehört zur persönlichen Karriere einfach dazu. Aber wie soll das funktionieren, wenn die Basis fehlt? Viele Gründer haben selbst nie einen Manager gehabt und stehen quasi über Nacht in höchster Verantwortung vor ihren Teams.

Gleichzeitig ist das Potenzial für Leadership und die Bereitschaft, daran zu arbeiten, nirgends größer als in der Gründerwelt. Was oft fehlt, sind kommunikative Tools, um andere mit der eigenen Vision zu inspirieren und diese auch umzusetzen. Doch das lässt sich gut entwickeln.

Junge Führungskräfte verdienen unsere Unterstützung und Wertschätzung. Niemand sollte in Führungsverantwortung stolpern. Es geht schließlich um den Erfolg des Unternehmens. Aber vor allem um Verantwortung für die Menschen, die sie führen – auch, damit sie trotz des immensen Drucks selbst nicht ausbrennen. In Amerika werden Management und Leadership als eigene Fachbereiche gelehrt. Dagegen ist unser BWL-Studium sehr theoretisch und streift das Thema Führungskompetenz nur in homöopathischen Dosen. Das ist nicht skalierbar und kann Leben zerstören. Wie heißt es so schön? Mitarbeitende kommen wegen der Kultur und verlassen das Unternehmen wegen des Chefs. Dafür gibt es übrigens Statistiken: Jobfrust und Abwanderungsfantasien hängen laut Gallup zu 70 Prozent mit den Vorgesetzten zusammen.

Höchste Zeit also, dass wir Führung als eigenes Thema begreifen und in Leadership-Skills investieren. Herausragende Führung wird am Ende den entscheidenden Unterschied machen!

Der Autor: Daniel Beutler berät Unternehmen und Führungspersonal. Zuletzt erschien von ihm das Buch „Exit Ahead“.

Auch interessant

Kommentare