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Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage auf dem Shell Energy and Chemicals Park Rheinland im nordrhein-westfälischen Wesseling: Statt grünen Wasserstoff zu importieren, sollte Deutschland ihn selbst produzieren, sagt unsere Kolumnistin.
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Wasserstoff-Elektrolyse-Anlage auf dem Shell Energy and Chemicals Park Rheinland im nordrhein-westfälischen Wesseling: Statt grünen Wasserstoff zu importieren, sollte Deutschland ihn selbst produzieren, sagt unsere Kolumnistin.

Erneuerbare Energien

Hype um den Wasserstoff

  • Dagmar Pruin
    VonDagmar Pruin
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Die neue Regierung sollte auf Wasserstoff-Importe aus Ländern des Globalen Südens verzichten. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Seitdem politisch anerkannt ist, dass wir in Deutschland nur noch rund zwei Jahrzehnte Zeit haben, um unsere Treibhausgasemissionen gen Null zu senken, hat das Thema Wasserstoff einen regelrechten Hype erfahren. Auch wenn Wasserstoff für Autos oder private Heizungen keine Rolle spielen wird – er wird benötigt, um Emissionen in Sektoren zu beenden, die nicht direkt elektrifiziert werden können, etwa in der chemischen Industrie, der Stahlindustrie oder auch dem Schiffs- und Flugverkehr.

Allerdings ist bislang so gut wie kein erneuerbarer Wasserstoff vorhanden, die Produktion ist noch teuer und erfordert große Mengen erneuerbaren Stroms. Doch anstatt den erforderlichen Ausbau der Erneuerbaren Energien zu forcieren, in Elektrifizierung und Energieeffizienz zu investieren und Alternativen für den Flugverkehr zu schaffen, hat die alte Bundesregierung unter Angela Merkel ihre Wasserstoffstrategie auf den Import großer Mengen Wasserstoff auch aus Ländern des Globalen Südens ausgerichtet.

Diese Strategie ist ein Fehler, den eine neue Bundesregierung schnell beheben muss. Europa hat selbst genug Potential, ausreichend erneuerbaren Wasserstoff herzustellen. Wasserstoffimporte aus entfernten Weltregionen sind zudem durch die hohen Transportkosten sehr teuer. Eigentlich können nur die Folgeprodukte wie synthetische Kraftstoffe oder Ammoniak in Zukunft über größere Distanzen wirtschaftlich transportiert werden.

Statt also auf Wasserstoff-Importe aus den Ländern des Globalen Südens zu setzen, sollte die neue Bundesregierung die Länder bei der Wasserstoffproduktion zur eigenen Nutzung und zum regionalen Handel unterstützen. Die Nachhaltigkeitskriterien, die der Nationale Wasserstoffrat jüngst vorgestellt hat, sind ein sehr guter Startpunkt, um damit vor Ort den Zugang zu Energie und Wasser zu verbessern und den Kohleausstieg in diesen Ländern zu beschleunigen.

Es führt kein Weg daran vorbei: Wir können die Herausforderungen nicht bei anderen abladen. Wir müssen aus eigener Kraft die Energiewende in Deutschland schaffen. Dafür brauchen wir einen Kohleausstieg bis 2030, ein Ende fossiler Subventionen, einen viel schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs in Deutschland.

Die Autorin ist Präsidentin von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe.

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