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Der Hype um die Gamestop-Aktie ist vorerst vorbei.
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Der Hype um die Gamestop-Aktie ist vorerst vorbei.

Gastwirtschaft

Nach Gamestop-Hype: Hedgefonds müssen reguliert werden

  • Gerhard Schick
    vonGerhard Schick
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Nach dem Wirbel um die Gamestop-Aktie bleibt eine Erkenntnis: Mit ein paar vereinzelten coolen Aktionen lassen sich Hedgefonds nicht in die Knie zwingen.

Vor Kurzem waren die Kursrekorde bei einem vergleichsweise unbekannten Unternehmen namens Gamestop in aller Munde. Inzwischen sind die Kurse wieder gepurzelt, der Hype erwartungsgemäß vorerst vorbei. Doch es lohnt ein Rückblick.

Einige haben gewonnen, einige haben verloren. Das gilt für Hobbyanleger:innen wie für Hedgefonds. Der Gewinn des einen ist bei solchen kurzfristigen Aktionen an der Börse der Verlust des anderen. Dem Unternehmen Gamestop und seinen Beschäftigten hat der ganze Hype nichts gebracht. Das zeigt einmal mehr, wie wenig viele Milliardenumsätze am Finanzmarkt eigentlich unserer Gesellschaft bringen, wie häufig sie reine Wetten sind.

Gamestop-Hype: Trade Republic und Robinhood sind nicht die Helden der Story

Deutlich wurde, dass das Bild von der Demokratisierung des Finanzmarkts, das Online-Broker wie Trade Republic und Robinhood zeichnen, mehr mit Marketing zu tun hat als mit gesellschaftlicher Veränderung. Die Neotrader, über die die Anleger ihre Geschäfte machen, sind nicht die Helden der Story.

Sie haben zwar den Wertpapierhandel für viele günstiger gemacht. Aber: Das Geschäftsmodell basiert mitunter auf dem Verkauf von Daten an genau die großen Finanzmarkt-Player, gegen die man angeblich zu Felde zieht. Und dem ersten größeren Kundenansturm hielten einige Anbieter, aus welchen Gründen auch immer, nicht Stand.

Hedgefonds mussten durch Gamestop-Hype Lehrgeld zahlen

Die Hobbyanleger:innen können einen Erfolg verbuchen: Einige Hedgefonds mussten ordentlich Lehrgeld zahlen. Und zumindest aktuell scheinen manche Fonds vorsichtiger am Markt zu agieren. Mit ein paar vereinzelten coolen Aktionen werden sich die Hedgefonds aber nicht in die Knie zwingen lassen, manche werden, siehe Gamestop, sogar profitieren.

Es braucht konkrete Regulierungsmaßnahmen, so dröge dies im Vergleich zu der Herangehensweise der Hobbyanleger:innen auch wirken mag. Dass Hedgefonds mancherorts mehr Aktien eines Unternehmens verkaufen können, als es überhaupt Anteilsscheine gibt, ist beispielsweise ein absolutes Unding. Ebenso fehlt es an harten Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften.

Denn bei den riskanten Wetten der Fonds wird immer wieder implizit darauf gesetzt, dass im Zweifelsfall der Staat einspringt. Doch das ist ein unfaires Geschäftsmodell, wenn in guten Zeiten private Gewinne eingefahren werden und in schlechten Zeiten beim Staat die Hand aufgehalten wird. (Der Autor ist Vorstand der gemeinnützigen Bürgerbewegung Finanzwende e.V.)

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