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Green Bonds bieten etwas, was eine normale Bundesanleihe derzeit bei einem Zinssatz von um die minus 0,45 Prozent nicht bieten: einen Ertrag. Nur eben keinen finanziellen, sondern das gute Gefühl, sich als Anleger für den Klimaschutz engagieren zu können.

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Green Bonds: Die Fidschi-Inseln machen’s vor

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Viele Länder zeigen bereits, wie man Anleger mit grünen Anleihen für den Klimaschutz gewinnen kann. Die Wirtschaftskolumne.

Vor wenigen Wochen hat die niederländische Regierung ihren ersten Green Bond begeben. Sie reiht sich damit ein in eine ganze Reihe von Staaten, die dieses innovative Instrument zur Finanzierung von Investitionen in den Umwelt- und Klimaschutz nutzen. Auch Belgien, Frankreich, Litauen und Polen waren hier schon aktiv, ebenso – man ist versucht zu sagen: sogar – die Fidschi-Inseln und die Seychellen. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat seit 2013 jedes Jahr erfolgreich eine grüne Anleihe am Markt platziert.

Das Besondere bei Green Bonds ist dabei, dass die Verwendung der erzielten Erlöse bereits vor Emission der Anleihen festgelegt wird. Die Anleger wissen also schon beim Kauf, für welche Projekte sie ihr Kapital zur Verfügung stellen. Gerade bei der kontinuierlich steigenden Zahl nachhaltiger Anleger stoßen die Wertpapiere daher auf großes Interesse.

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Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Rolf Häßler, Geschäftsführer des Instituts für nachhaltige Kapitalanlagen (NKI).

Die Bundesregierung hat bereits vor einigen Monaten die Deutschen Finanzagentur beauftragt zu prüfen, wie eine grüne Bundesanleihe aussehen könnte. Erste Überlegungen gehen wohl in die Richtung, den staatlichen Energie- und Klimafonds mit einer entsprechenden Kreditermächtigung auszustatten. 2018 gab er 2,5 Milliarden Euro aus, unter anderem für ein CO2-Gebäudesanierungsprogramm. Wie weit die Überlegungen insgesamt gediehen sind und wann mit einem konkreten Vorschlag zu rechnen ist, bleibt derzeit unklar. Am Ende ist es beinahe egal, für welchen Weg sich die Bundesregierung entscheidet – wichtig ist, dass die sie nun endlich aktiv wird. Und dies aus drei Gründen: Zum einen ist der Investitionsbedarf für den Klimaschutz immens hoch. Der BDI schätzt, dass bis 2050 Mehrinvestitionen von 1,5 bis 2,3 Billionen Euro erforderlich sind, um die Pariser Klimaziele zu erreichen – nicht nur durch die öffentliche Hand, aber eben auch.

Rolf Häßler

Zum anderen unterstützt ein Green Bond der Bundesregierung die Entwicklung dieses Marktsegments und macht es damit auch anderen Akteuren wie Firmen einfacher, entsprechende Emissionen am Markt zu platzieren und ihre Klimaschutzinvestitionen zu finanzieren. 

Und schließlich bieten Green Bonds etwas, was eine normale Bundesanleihe derzeit bei einem Zinssatz von um die minus 0,45 Prozent nicht bieten: einen Ertrag. Nur eben keinen finanziellen, sondern das gute Gefühl, sich als Anleger für den Klimaschutz engagieren zu können.

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