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In Afrika, Asien oder Lateinamerika beginnen viele Lieferketten.

Corona-Krise

Globales Gemeinwohl

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In Zeiten der Corona-Krise muss die Forschung und die Politik über Grenzen hinweg zusammenarbeiten.

Die Welt stellt sich unter Quarantäne, Europa schließt seine Grenzen. Das öffentliche Leben erlahmt, während sich das Virus hier und in Europas Nachbarschaft weiter ausbreitet. 29 Länder Afrikas melden mittlerweile Corona-Infizierungen, manche mit schwachen Gesundheitssystemen und gleichzeitig zentralen Rollen in transregionalen Lieferketten. Ketten, deren Anfänge in der Produktion von Rohmaterialien, wie Weizen, Zucker, Fisch, Baumwolle in Afrika, Asien und Lateinamerika liegen, sich von dort in die Fabriken der Schwellen- und Transformationsländer erstrecken und weiter reichen bis in die Zentren des Konsums in Europa, Asien, Nordamerika.

Die Ausbreitung des Virus führt uns vor Augen, wie sehr solche Verflechtungen und Wechselwirkungen gesellschaftliche Risiken globalisieren. Gefahren, wie sie von Covid-19, oder vom Klimawandel ausgehen, sind, erstens, räumlich und zeitlich hoch dynamisch und, zweitens, von einem hohen Grad an Ungewissheit geprägt. Wir wissen, dass wir die Lage nicht ausreichend einschätzen können, sie in Absprache angehen müssen. Es gilt, mit dem Unerwarteten zu rechnen, und das gesellschaftliche Gemeinwohl in einer global vernetzten Welt nicht aus den Augen zu verlieren.

Der Umgang mit der Gefahr wird transregional zwischen Politik, Wissenschaft (Robert Koch, John Hopkins) und internationalen Organisationen (Weltgesundheitsorganisation) ausgehandelt. Wir beobachten adaptives, reflexives Risikomanagement einer Weltgesellschaft, die dezentral, im engen Austausch miteinander, handelt und sich der Risikodynamik stetig anpasst. Für die Entschleunigung wird jedoch auch auf Abschottung gesetzt.

Die tägliche Kolumne in der Wirtschaft. Heute: Anna-Katharina Hornidge, Direktorin des Deutschen Institut für Entwicklungspolitik und Professorin der Universität Bonn.

In den kommenden Wochen gilt es, transregionales Risikomanagement zu betreiben, das auf der Menschheit zugewandten Grundwerten ruht: wissenschaftlich-informiert, differenziert erwogen und lokal eingebettet. Zur Eindämmung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Folgen, bedarf es einer zusammenstehenden internationalen Staatengemeinschaft und für Europa der engen Abstimmung mit unseren direkten Nachbarn in Afrika.Im Umgang mit der Corona-Krise, als eine von vielen globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, muss sich die Zusammenarbeit von Politik und Forschung für globales Gemeinwohl bewähren! 

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