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Die Impfstoffverteilung stellt Bekenntnisse zu gemeinsamen Werten und Kooperation auf den Prüfstand.
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Die Impfstoffverteilung stellt Bekenntnisse zu gemeinsamen Werten und Kooperation auf den Prüfstand.

Gastwirtschaft

Globale Solidarität

  • VonAnna-Katharina Hornidge
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Deutschland sollte sein Engagement ausbauen und dafür eintreten, dass ärmere Länder ausreichend Impfstoff gegen Covid-19 erhalten.

Zentrales Mittel zur Bekämpfung der Pandemie sind Impfstoffe. Erst wenn 70 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung über Covid-19-Antikörper verfügen, werden soziales Miteinander und von hoher Mobilität geprägtes Wirtschaften wieder unbesorgt möglich. In den kommenden Monaten gilt es, die globalen Ungleichheiten in Bezug auf Zugang und Bezahlbarkeit von Impfstoffen sowie Effizienz des Impfprozesses abzubauen.

70 Prozent der in 2021 zu produzierenden Impfdosen sind vertraglich durch Regierungen von Hocheinkommensländern gesichert, die nur 16 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Die Chancen, in den Jahren 2021 und 2022 geimpft zu werden, sind für Nichtrisikogruppen in Hocheinkommensländern deutlich höher als für Risikogruppen und medizinisches Personal in Ländern mit niedrige Einkommen. Die ugandische Frauenrechtlerin Winnie Byanyima spricht von einer „Impfstoffapartheid“.

Fest steht eine substanzielle Ungleichverteilung von Impfstoffen sowie unzureichende Koordination, Finanzkraft und politischer Wille auf multilateraler Ebene. Das zeigt die Initiative Covid-19 Vaccines Global Access der Weltgesundheitsorganisation und von Partnern. Sie ist zentral, um Zugang und Bezahlbarkeit global sicherzustellen. Seit April 2020 konnten vier Milliarden US-Dollar akquiriert werden. Um nur 20 Prozent der Bevölkerung in 92 Niedrigeinkommensländern impfen zu können, wären weitere 6,8 Milliarden US-Dollar nötig.

Alternativ könnte das zeitweise Aussetzen des Patentschutzes die globale Impfstoffproduktion beschleunigen. Die multilaterale Koordination wird jedoch geschwächt durch eine wachsende Zahl bilateraler Abkommen. Sie sichern den Export russischer und chinesischer Impfstoffe in Schwellenländer wie Brasilien, Indien und Indonesien sowie nach Zentral- und Südostasien.

Die Impfstoffverteilung stellt Bekenntnisse zu gemeinsamen Werten und Kooperation auf den Prüfstand. Es geht um geopolitische Fragen des Miteinanders. Deutschland und Europa sollten ihr Engagement für die Initiative Covid-19 Vaccines Global Access weiter ausbauen. Das Gebot der Stunde ist Solidarität für globales Gemeinwohl. Wir benötigen ein starkes multilaterales System, demokratisch-basierte und wissenschaftlich reflektierte Führung.

Die Autorin ist Direktorin des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und Professorin der Universität Bonn.

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