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Menschen stehen auf einem Platz in Berlin, im Hintergrund ist der Fernsehturm zu erkennen. Sie halten ein Transparent mit der Aufschrift „Bedingungsloses Grundeinkommen jetzt!“
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Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen im September 2020 in Berlin: Hätte man die in der Corona-Krise herausgehauenen Billionen nicht an fossile Konzerne verteilt, sondern direkt an die Bevölkerung, hätten sie ein Einstieg ins Grundeinkommen sein können.

Kolumne „Gastwirtschaft“

Grundeinkommen für alle statt Billionen für fossile Konzerne!

  • Günther Moewes
    vonGünther Moewes
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Keine Rettung des Globus und der Menschheit ohne ein Grundeinkommen.

Mit einem Grundeinkommen würde die Politik aus der Verantwortung entlassen, für Vollbeschäftigung zu sorgen“, schrieb Sahra Wagenknecht kürzlich an dieser Stelle. Ist es vielleicht nicht doch eher so: Obwohl das Bruttoinlandsprodukt immer mehr von Maschinen verdient wird, werden die Einkommen weiterhin an die abnehmende Arbeit gekoppelt. Das hat fatale Konsequenzen.

Erstens: Das von den Maschinen verdiente Geld wird fast ganz Kapitaleignern, Konzernen und Finanzmärkten überlassen. Es ist so Hauptursache der steigenden Ungleichverteilung.

Zweitens: Die von Maschinen übernommene Arbeit muss ständig durch neu erfundene, vermeidbare Ersatzbeschäftigung kompensiert werden. Dieser Anachronismus erzeugt inzwischen mehr schädliche Arbeit als notwendige.

Kapital als Selbstzweck: Am Ende zerstört es Wohlstand

Drittens: Sie ist die größte Verursacherin der Zerstörung des Globus’, wird aber nicht beforscht, sondern dient vielmehr deren Rechtfertigung. Sie schafft keinen Wohlstand, sondern zerstört ihn: Das Kapital für Handels- und Transportwahn, vermeidbare Umschlaghäfen, Verpackungen, Pseudorecycling, Bürokratie und Rüstung fehlt bei Sanierung, innerer Sicherheit, Agrarreform, Bildung, Pflege und Grundeinkommen.

Viertens: Sie ist „self-fullfilling“. Die gezielt erzeugte Angst vor Erwerbslosigkeit verhindert die Erkenntnis der Ursachen und zwingt Arbeitende, nicht gegen Kohleabbau und Gülledüngung zu demonstrieren, sondern dafür.

Mit einem Grundeinkommen wäre das Überleben der Menschheit gesichert

Ein Ausstieg aus dieser Fehlentwicklung ist nur möglich, indem man die Abhängigkeit der Einkommen von vermeidbarer Arbeit beseitigt. Das geht nur, indem man einen Teil des von Maschinen verdienten Geldes direkt an die Bevölkerung auszahlt. Ein wie immer geartetes Grundeinkommen ist nicht nur ein Stück Emanzipation, sondern Voraussetzung für das Überleben von Globus und Menschheit. Nur so kann nach und nach die bisherige wachstumsorientierte Angebots- und Beschäftigungswirtschaft durch eine nachfrageorientierte Bedarfswirtschaft ersetzt werden.

Auch 90 Prozent des von Banken geschöpften Geldes werden verteilt, bevor sie erwirtschaftet wurden. Hätte man die in der Corona-Krise herausgehauenen Billionen nicht an fossile Konzerne verteilt, sondern direkt an die Bevölkerung, hätten sie ein Einstieg ins Grundeinkommen sein können. Die These von dessen Nichtfinanzierbarkeit wäre widerlegt. (Günther Moewes)

Der Autor hat unter dem Titel „Arbeit ruiniert die Welt“ 50 seiner Kolumnen aus der FR in einem Taschenbuch zusammengefasst.

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