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Geht’s auch grüner?

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Von: Wiebke Johanning

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Aktivisten des „Koala Kollektiv“ demonstrieren vor der Euro-Skulptur in der Frankfurter Innenstadt gegen Greenwashing von Atomenergie und Erdgas durch die Taxonomie der EU.
Aktivisten des „Koala Kollektiv“ demonstrieren vor der Euro-Skulptur in der Frankfurter Innenstadt gegen Greenwashing von Atomenergie und Erdgas durch die Taxonomie der EU. © Arne Dedert/dpa

Wer nachhaltig Geld anlegen will, sollte genau hinschauen - und sich über das eigene Verständnis von Nachaltigkeit klar werden. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Sie sollte eigentlich Klarheit bringen. Die Rede ist von der Taxonomie, mit der die Europäische Union festlegen will, welche Wirtschaftszweige sie als nachhaltig klassifiziert. Durch einen faulen Kompromiss zwischen Frankreich und Deutschland und den massiven Einfluss von Lobbyist:innen werden im Entwurf nun auch zerstörerische Atomkraft und klimaschädliches fossiles Gas als nachhaltig eingestuft. So weit, so absurd.

Doch wenn die Kriterien der Europäischen Kommission für Finanzinvestitionen statt Klarheit nur Greenwashing liefern – wie kann ich mich informieren, wenn ich mein Geld nachhaltig und grün anlegen will? Schritt eins: Klären Sie vorab Ihren Bedarf und Ihre Erwartungen. Für welchen Zeitraum wollen Sie Ihr Geld anlegen? Welche Rendite wollen Sie erzielen, und welche Risiken sind Sie bereit einzugehen? Und ganz wichtig: Was verstehen Sie selbst unter nachhaltiger Geldanlage?

Der Begriff ist nicht geschützt, und es gibt auch keine Mindeststandards. Gibt es kritische Branchen, die Sie ausschließen möchten, oder zukunftsträchtige, in die Sie investieren wollen?

Schritt zwei: Informieren Sie sich unabhängig von Anbieter:innen, die Ihnen ein bestimmtes Produkt verkaufen wollen. Einen guten Einstieg bietet die Webseite geld-bewegt.de der Verbraucherzentrale Bremen. Sie liefert Basisinfos zum Thema nachhaltige Geldanlage und eine Übersicht der Banken und ihrer Angebote. Mit der Datenbank „Faire Fonds“ des Vereins Facing Finance können Sie überprüfen, ob und welche fragwürdigen Unternehmen in den Portfolios von Investmentfonds enthalten sind.

Portale wie Finanztest und Finanztip haben grüne Finanzprodukte unter die Lupe genommen. Orientierung bieten auch die Webseite des Fachverbands Forum Nachhaltige Geldanlage und das Online-Magazin „Ecoreporter“.

Schritt drei: Treffen Sie Ihre Entscheidung. Und denken Sie über Ihre Geldanlage hinaus. Wem ethisches, ökologisches und sozial gerechtes Wirtschaften wirklich wichtig ist, der kann auch mit Spenden und Beteiligung an zivilgesellschaftlichen Protesten Wirkung erzielen. Denn wer politischen Wandel starkmacht, investiert in unser aller Zukunft.

Die Autorin ist Mitarbeiterin der Bewegungsstiftung. Die Gemeinschaftsstiftung fördert Protestbewegungen und wird von mehr als 240 Stifter:innen getragen.

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