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Das Statistische Bundesamt hat eine Teuerungsrate von 4,1 Prozent für den Monat September ausgewiesen.
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Das Statistische Bundesamt hat eine Teuerungsrate von 4,1 Prozent für den Monat September ausgewiesen.

Inflation

Ganz normale Preissteigerung

  • Mechthild Schrooten
    VonMechthild Schrooten
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Verteilungspolitisch wirft die Inflation aber Fragen auf.

Inflationsangst liegt in der Luft. Das Statistische Bundesamt hat eine Teuerungsrate von 4,1 Prozent für den Monat September ausgewiesen hat. Der vorläufige Wert basiert auf einem Vergleich mit September 2020 – einem Monat mitten in der Pandemie. International ergibt sich ein heterogenes Bild, die Preissteigerung in Deutschland liegt über dem Durchschnittswert der Eurozone. Japan sitzt in der Deflation, China weist für August eine Inflationsrate von 0,8 Prozent aus und die USA sind mit einer Teuerungsrate von 5,3 Prozent konfrontiert.

Was bedeutet diese Zahlenhexerei für die Zukunft? Da gibt es einiges zu berichten. Erstens war Deutschland lange nur mit sehr moderaten Preissteigerungsraten oder gar Preisrückgängen konfrontiert. Da ist offenbar ein Gewöhnungseffekt aufgetreten. Zweitens gab es gerade im letzten Jahr Sonderentwicklungen. Dazu gehört die Mehrwertsteuerpolitik, aber auch die eingebrochene Nachfrage nach Energieträgern. Wenn jetzt die Gegenbewegung einsetzt, ist das normal. In der Fachsprache heißt dies Basiseffekt und wurde bereits vielfach thematisiert.

Aber wie geht es weiter? Ein Blick in die Frühindikatoren zeigt, dass wohl auch in der nahen Zukunft mit Preissteigerungen zu rechnen ist. Die Erzeugerpreise haben bereits kräftig zugelegt; die Lieferketten funktionieren an vielen Stellen nicht, das Angebot bleibt hinter der Nachfrage zurück. Täglich sind die Folgen in den Zeitungen zu lesen; Mangelwirtschaft ist ein brisantes Thema. Unter solchen Bedingungen ist es eine normale Reaktion des Marktes, wenn die Preise steigen. Und vor dem Hintergrund all dieser Faktoren steigen sie aktuell eher moderat. Hohe Inflation sieht anders aus.

Nicht nur das ist interessant. Preissteigerungen sind auch immer verteilungspolitisch relevant. Es dürfen also diejenigen nicht aus dem Auge verloren werden, die von den anziehenden Preisen besonders betroffen sind. Und das sind weniger die Vermögenden, Investor:innen und Kapitaleigner:innen. Vielmehr trifft es diejenigen mit besonderer Härte, die ohnehin knapsen müssen. Für sie ist jede weitere Preissteigerung eine Herausforderung. Unabhängig davon, ob wir diese bereits eine hohe Inflation nennen oder nicht. Hier muss die Politik dringend und auch kurzfristig Entlastung schaffen.

Die Autorin ist Professorin für Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Geld und Internationale Integration an der Hochschule Bremen.

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