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Mitglieder von Fridays for Future demonstrieren auf der Taunusanlage vor der Zentrale der Deutschen Bank gegen Investitionen der Finanzbranche in klimaschädliche Industrien
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Mitglieder von Fridays for Future demonstrieren auf der Taunusanlage vor der Zentrale der Deutschen Bank gegen Investitionen der Finanzbranche in klimaschädliche Industrien.

Gastwirtschaft

Gärtner des Wandels

  • Rolf D. Häßler
    VonRolf D. Häßler
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Banken können das Klima nicht alleine retten. Die Wirtschaftskolumne „Gastwirtschaft“.

Der Finanzmarkt soll es also richten. Unter der Überschrift „Sustainable Finance“ haben Gesetzgeber:innen und Regulierer:innen in den vergangenen drei Jahren eine ganze Reihe von Vorgaben auf den Weg gebracht, mit denen Klimakriterien am Finanz- und Kapitalmarkt verankert werden sollen. Von zentraler Bedeutung ist dabei der EU-Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums, der mit hohem Tempo umgesetzt wird. Mit dem Plan soll privates Kapital zur Erreichung der europäischen Klimaziele mobilisiert werden. Gleichzeitig haben die europäischen und nationalen Aufsichtsbehörden Erwartungen und Empfehlungen an den Umgang der Banken und Vermögensverwalter:innen mit physischen und transitorischen Klimarisiken formuliert.

Neben der berechtigten Sorge, dass die Auswirkungen des Klimawandels die Stabilität der Wirtschaft und der Finanzmärkte gefährden können, steht dahinter auch die Überlegung der Politik, den Finanzmarkt zum Gärtner einer grünen Wirtschaft zu machen. Ihr Kalkül: Wenn die Banken und Vermögensberater:innen verpflichtet werden, bei der Kreditvergabe und der Kapitalanlage zu berücksichtigen, wie es um die Klimarisiken und -leistungen der Unternehmen steht, werden sie diese dazu bringen, ihre entsprechenden Aktivitäten zu intensivieren.

Den Banken schwirrt aktuell der Kopf angesichts der zahlreichen, oft kurzfristigen und nicht selten widersprüchlichen Vorgaben. Außerdem stellt sich die Frage, ob dieser indirekte Ansatz ausreicht, um die ebenso notwendigen wie ambitionierten Klimaziele zu erreichen.

Nicht falsch verstehen: Der Finanzmarkt spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Unternehmen in Richtung einer klimaverträglichen, ressourcenschonenden und fairen Wirtschaftsweise. Und zu Recht beanspruchen nachhaltige Investor:innen für sich, mit ihrer Entscheidung für ein Investment eine solche Entwicklung zu unterstützen.

Gleichzeitig muss aber klar sein, dass es auch angesichts der Dringlichkeit des Klimaschutzes ohne verbindliche Vorgaben für die Branchen und Unternehmen der sogenannte Realwirtschaft nicht gelingen wird, die Klimaziele zu erreichen. Die EU-Taxonomie nachhaltiger wirtschaftlicher Tätigkeiten bildet dazu eine gute Ausgangsbasis. Nun liegt es an der Politik, diese auch zu nutzen.

Rolf D. Häßler Autor ist Geschäftsführer des Instituts für Nachhaltige Kapitalanlagen (NKI).

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