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Für eine gerechtere Welt

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Von: Anna-Katharina Hornidge

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An die G7-Präsidentschaft Deutschlands sind substanzielle Erwartungen gebunden. Die Impfquote soll bis zum Jahresende steigen.
An die G7-Präsidentschaft Deutschlands sind substanzielle Erwartungen gebunden. Die Impfquote soll bis zum Jahresende steigen. © Michael Schick

Die Erwartungen an die G7-Präsidentschaft Deutschlands sind umfangreich. Sie setzen die Stärkung regionaler und multilateraler Institutionen mit Reformbedarf voraus und fordern signifikanten politischen Willen aller G7-Länder ein. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Die politischen Schwerpunkte der neuen Bundesregierung für die deutsche G7-Präsidentschaft 2022 zielen auf eine gerechte Welt ab. Sie strebt konkrete Fortschritte in fünf Bereichen an: ein nachhaltiger Planet, wirtschaftliche Stabilität und Transformation, ein gesundes Leben, Investitionen in eine bessere Zukunft und ein starkes Miteinander. Es gilt, die Covid-19-Pandemie zu bewältigen, den klimastabilisierenden Umbau unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme voranzutreiben und die Aushandlung einer multipolaren und regelbasierten Weltordnung inklusiv und Frieden sichernd zu gestalten. Es geht um politisches Leadership für globale Gemeinwohlpolitik.

An die G7-Präsidentschaft Deutschlands sind substanzielle Erwartungen gebunden. Die Impfquote soll bis zum Jahresende von heute 70 bis 75 Prozent in Europa oder Nordamerika und 14 Prozent in Afrika substanziell, möglichst auf global 90 Prozent angehoben werden. Die Covid-19-Finanzzusagen sollen für den klimastabilisierenden und sozialgerechten Umbau der Wirtschaft eingesetzt werden. Gleichzeitig sollen geopolitische Spannungen mittels der Nato-Russland-Gespräche, Flankierungen durch die G7-Präsidentschaft und dem Brückenbau zur G20 unter indonesischer Präsidentschaft entschärft werden.

Die Verhandlungen der 27. Weltklimakonferenz im November in Sharm El-Sheikh sollen im Rahmen von G7, G20 und G77+China so vorbereitet werden, dass Beschlüsse auch bezüglich Loss & Damage getroffen und die Implementierung eingeleitet werden können.

Die Erwartungen an die G7-Präsidentschaft Deutschlands sind umfangreich. Sie setzen die Stärkung regionaler und multilateraler Institutionen mit Reformbedarf, wie die Weltgesundheits- oder Welthandelsorganisation, voraus und fordern signifikanten politischen Willen aller G7-Länder ein. Diese Erwartungen zu erfüllen, ist nicht einfach. Und doch ist es an der neuen Bundesregierung, über Parteigrenzen hinweg die Herausforderungen anzunehmen, politische Allianzen zu schmieden und ökonomische Schlagkraft zu mobilisieren. Hierbei ist es auch an Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, und an der Opposition, sie tatkräftig zu unterstützen. Pandemie, Klimakrise und zunehmende Werte- und Systemdifferenzen verlangen es. Es ist an der Zeit.

Die Autorin ist Direktorin

des Deutschen Instituts

für Entwicklungspolitik und

Professorin der Universität Bonn.

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