Viel zu wenige kennen die Ex-Yahoo-Chefin, Ex-SAP-Chefin und Ex-Siemens-Personalchefin.
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Viel zu wenige kennen die Ex-Yahoo-Chefin, Ex-SAP-Chefin und Ex-Siemens-Personalchefin.

Gastwirtschaft

Frauen, seid lauter!

  • vonMarina Zubrod
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Frauen, die sich an der Spitze halten wollen, müssen mehr auf sich aufmerksam machen und auch mal ungemütlich sein. Die Gastwirtschaft.

Immer wieder stoße ich auf Artikel und Berichte über die neue Selbstbestimmung der Frau und auf Plädoyers für gleiche Chancen und gleiche Bezahlung. Alles richtig und es ist eine Schande, dass wir diesen Status bis heute nicht selbstverständlich erreicht haben. Ich glaube, das liegt an dem Mangel an weiblichen Vorbildern. Und zwar nicht daran, dass es sie nicht gibt. Betrachten wir zum Beispiel Marissa Mayer, Jennifer Morgan, Janina Kugel. Alles großartige Frauen, die Führungspositionen innehatten.

Wenn Sie sich jetzt fragen: wer? Dann geht es Ihnen so, wie den meisten – Männern und Frauen. Viel zu wenige kennen die Ex-Yahoo-Chefin, Ex-SAP-Chefin und Ex-Siemens-Personalchefin. Alle saßen auf wichtigen Führungsposten, aber alle scheinen inzwischen sang- und klanglos verschwunden zu sein – wie ausradiert. Natürlich, Chefinnen kommen und gehen, ebenso wie ihre männlichen Kollegen. Während die männlichen Abgänge aus hohen Ämtern aber medial heiß diskutiert werden und die meisten der scheidenden Topmanager auch bald an der Spitze des nächsten Konzerns sitzen, hört man von den drei oben genannten Frauen fast gar nichts mehr.

Jetzt mögen viele anmerken, Mayer und Morgan säßen in den USA, das interessiere hier keinen. Ich behaupte, es liegt an ihrem Mangel an Lautstärke. Weder die beiden Amerikanerinnen noch Janina Kugel haben aus ihrem Weggang einen Skandal kreiert. Keine hat den Rückzug für die eigenen Zwecke oder die einer nachrückenden Generation Frauen ausgeschlachtet. Und ich behaupte, genau deshalb hört und sieht man von diesen weiblichen Vorbildern kaum noch etwas.

Wussten Sie, dass Siemens seit Juli eine neue Personalchefin hat, also eine Nachfolgerin für Janina Kugel? Hoffen wir, dass Judith Wiese, falls es wieder Zwistigkeiten mit den männlichen Kollegen gibt, nicht aufgibt, sondern lautstark nach vorne geht. Denn wir mögen eine Quote brauchen, um mehr Frauen in Führungspositionen zu hieven. Um sie dort zu halten, wird die allerdings nicht viel nützen.

Um an der Spitze zu bleiben, müssen Frauen lauter werden, deutlicher sein, sich groß denken und das auch zeigen. Sie müssen ihre Art der Führung auch gegen starke Widerstände durchsetzen und ruhig auch öfter mal „ungemütlich“ sein. Ganz egal, was andere davon halten.

Marina Zubrod ist Beraterin für Fintech-Unternehmen und Gründerin.

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