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Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery formuliert gerne zugespitzt. (Archivfoto)

Kolumne „Gastwirtschaft“

„Kleine Richterlein“: Niemand steht über dem Gesetz - auch nicht Montgomery

  • Franz Knieps
    VonFranz Knieps
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Man muss Urteile nicht mögen, aber Respekt sollte man der Justiz entgegenbringen. Denn niemand steht über dem Gesetz, auch nicht der Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Der Hamburger Ehren-Professor und Präsident des Weltärztebunds Dr. Frank Ulrich Montgomery stößt sich oft und gern an etwas. Und wenn er sich stößt, dann muss es aus ihm heraus – direkt in die stets aufnahmebereiten Medien. Oder noch besser in die weiten Runden der vielen Talkshows.

Eine „Tyrannei der Ungeimpften“ sei das in Deutschland, schimpft der omnipräsente Medizinrepräsentant und konstatiert ein „totales Politikversagen“. Schon bevor Montgomery die Weltbühne für sich reklamierte, war nichts und niemand vor der politischen Verurteilung durch den allwissenden Funktionär sicher. Dass da manchmal Fakten und Anstand unter die Räder kommen, sind unvermeidliche Kollateralschäden.

Weltärztepräsident Montgomery und „kleine Richterlein“ in der Provinz

Was jetzt aber das Oberhaupt der weltweiten Ärztezunft in Rage versetzte, waren „kleine Richterlein“ in der Provinz, die es gewagt hatten, eine Corona-Verordnung der niedersächsischen Landesregierung über die Einführung der 2G-Regel im Einzelhandel zu kippen. Weder sei belegt, dass eine solche Regel geeignet sei, die Infektionswelle zu brechen, noch sei sie verhältnismäßig und wahre den Gleichheitsgrundsatz. Eine solche „Anmaßung“ des Oberverwaltungsgerichts stört den in Blankenese residierenden Ärztefürsten bei seinem Rundblick vom Mount Everest der norddeutschen Tiefebene auf die Niederungen der Gerichtsbarkeit im beschaulichen Lüneburg weit hinten unter ihm.

Nun muss man Gerichtsentscheidungen, wie im Übrigen auch Äußerungen von Ärztefunktionären beispielsweise zur Ungeeignetheit der Maskenpflicht zur Vorbeugung gegen Ansteckung, nicht immer für richtig oder gar politisch klug halten. Zu den Entscheidungen zur Pandemie aus Karlsruhe gäbe es Einiges zu sagen – sowohl zum Verfahren als auch zu den Inhalten der Beschlüsse. Das würden hier den Rahmen sprengen. Den Respekt sollte man aber der Unabhängigkeit der Justiz nicht verwehren. Vor allem steht niemand über dem Gesetz, auch nicht ein Weltpräsident.

Was macht der Weltärztepräsident, wenn die Pandemie endemisch wird. Vielleicht holt er sich Rat bei Ingo Insterburg: „Da wurd’s ihm auf der Welt zu klein, da zog er in den Himmel ein.“ Er belehrt dann die Menschen auf dem Mars. Ja, das wars. (Franz Knieps)

Der Autor ist Vorstand des Dachverbandes der Betriebskrankenkassen und ehemaliger Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit.

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