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Wie gut sind wir im Folgen?
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Wie gut sind wir im Folgen?

Führung

Folgen statt führen: Wie es gut durch die Pandemie geht

  • Stephanie Borgert
    VonStephanie Borgert
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In der Krise braucht es nicht nur gute Führung, sondern auch gute Anhänger. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Wir stecken mitten in der vierten Welle und das tägliche Schimpfen über „die Führenden“ ebbt nicht ab. Herr Spahn hätte doch früher wissen müssen, Frau Merkel sollte endlich mal durchgreifen, Herr Wieler konnte doch viel früher vorhersagen… Der öffentliche Ruf nach den starken Führenden ist in Zeiten der Pandemie laut und so wird mal wieder viel über Führung diskutiert. Sie, die amtlich Führenden, sollen uns durch diese Krise steuern und es richten. Darin steckt schon ein dicker Denkfehler, denn Krisen lassen sich nicht steuern, vorhersagen oder kontrollieren.

Und ein zentraler Aspekt wird in dieser Debatte komplett vergessen: Wie gut sind wir denn eigentlich im Folgen? Wir alle, selbst als Manager, Geschäftsführende oder Vorstände, sind viel öfter Anhänger als Führende. Anhängerschaft beherrscht unseren Alltag, in unserem Denken jedoch dreht sich alles nur um Führung. Das ist betrüblich, denn auch als Folgende können wir effektiv sein, oder eben nicht. Sind wir uns dieser Rolle überhaupt bewusst? Meistens nicht. Dabei sind wir immer in der Überzahl, was schon verdeutlicht, welch enormes Gewicht unser Folgen hat.

Werfen wir einen Blick auf diese Rolle und die Motivation guter Anhänger. Sie stehen hinter einer Sache, als Teamplayer und betrachten ihre Rolle als wert- und kraftvoll. Der US-General und Autor Robert E. Kelley fasst die Eigenschaften wirksamer Anhänger so zusammen: Erstens, sie kommen gut mit sich selbst zurecht. Zweitens, sie sind einem Zweck, Prinzip oder einer Person außerhalb ihrer selbst verpflichtet. Drittens, sie bauen ihre Kompetenz auf und konzentrieren ihre Bemühungen auf eine maximale Wirkung. Viertens: Sie sind mutig, ehrlich und glaubwürdig.

Knackig zusammengefasst: Diese Menschen sind sich ihrer Verantwortung sehr bewusst und handeln entsprechend.

Durch die Pandemie navigieren wir gemeinsam, auch indem wir folgen und das mit größtmöglicher Kompetenz, Ernsthaftigkeit und ohne dafür Ruhm und Ehre zu bekommen. Folgen ist eben nicht schafgleich, ohne zu denken, einer dummen Herde hinterher zu laufen und gleichzeitig über den Schäfer und dessen Unzulänglichkeiten zu meckern. Folgen bedeutet verantwortungsvoll zu handeln, nicht nur für sich selbst, sondern auch für das große Ganze.

Die Autorin ist Managementberaterin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Erfolg ist ein Mannschaftssport“.

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