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Am nachhaltigen Kapitalmarkt wird immer häufiger von Greenwashing gesprochen und damit der Vorwurf formuliert, dass einzelne Anbieter ihre Produkte grüner machen als diese wirklich sind.
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Am nachhaltigen Kapitalmarkt wird immer häufiger von Greenwashing gesprochen und damit der Vorwurf formuliert, dass einzelne Anbieter ihre Produkte grüner machen als diese wirklich sind.

Finanzen

Bunte Wäsche an der Börse

  • Rolf D. Häßler
    VonRolf D. Häßler
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Greenwashing am nachhaltigen Kapitalmarkt: Manche Anbieter machen ihre Finanzprodukte grüner als sie tatsächlich sind.

Eigentlich hat es die Europäische Kommission wieder einmal gut gemeint: Wer als Bank oder Vermögensverwalter einen Fonds auflegt und damit wirbt, dass dieser nachhaltig anlegt oder sogar eine nachhaltige Wirkung anstrebt, der soll den Anleger:innen auch erklären, wie er diese Qualität oder Wirkung erreicht.

So steht es in der Offenlegungsverordnung, die seit Mitte März dieses Jahres gilt. Die EU-Kommission setzt damit auf Transparenz als Grundlage für eine informierte Entscheidung der Anleger:innen, auf inhaltliche Mindestanforderungen an die Ausgestaltung der Anlageprodukte verzichtet sie.

Einzelne Anbieter nutzen die Verordnung nun aber, um ihre Fonds öffentlich als besonders grün oder nachhaltig darzustellen und erwecken den Eindruck, dass die Klassifizierung als nachhaltiges Anlageprodukt im Rahmen der Verordnung nicht nur Veröffentlichungspflichten definiert, sondern eine Auszeichnung für das Produkt ist.

Nachhaltigkeit plötzlich entdeckt

Dabei handelt es sich nicht selten um jene Anbieter, denen Nachhaltigkeitsaspekte bis vor Kurzem noch ziemlich egal bis lästig waren, die nun aber die Nachhaltigkeit in ihrer DNA entdecken und eine 20-jährige Historie im Umgang mit Nachhaltigkeitskriterien aus dem Hut zaubern.

Es kann daher nicht verwundern, dass am nachhaltigen Kapitalmarkt immer häufiger von Greenwashing gesprochen und damit der Vorwurf formuliert wird, dass einzelne Anbieter ihre Produkte grüner machen als diese wirklich sind.

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) schätzt das Risiko als so hoch ein, dass sie nun einen Leitfaden für nachhaltige Investmentvermögen entworfen und darin inhaltliche Anforderungen an nachhaltige Anlageprodukte definiert hat.

Die dort vorgeschlagenen Regelungen – insbesondere die Vorgabe, 90 Prozent des Fondsvolumens nach besonders strengen Nachhaltigkeitskriterien anzulegen – schießen aber nicht nur nach Einschätzung der Kapitalmarktverbände übers Ziel hinaus.

Die deutsche Fondsindustrie sollte die Pläne aber als Warnung verstehen, der nachhaltigen Kapitalanlage im Wettbewerb um Marktanteile nicht durch übertriebene Werbeversprechen dauerhaft zu schaden.

Der Autor ist Geschäftsführer des Instituts für Nachhaltige Kapitalanlagen (NKI).

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