Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

 Obwohl sich die meisten Kliniken im Ausnahmezustand befinden und das Krankenhauspersonal am Limit ist, hat das Gesundheitssystem ein Finanzierungsproblem.
+
Obwohl sich die meisten Kliniken im Ausnahmezustand befinden und das Krankenhauspersonal am Limit ist, hat das Gesundheitssystem ein Finanzierungsproblem.

Gesundheitspolitik

Fehler im System

  • Nina Treu
    VonNina Treu
    schließen

Pflege und Profitdenken sollten sich gegenseitig ausschließen.

Durch die Corona-Pandemie wird deutlich, wie absurd die Funktionsweise unseres Gesundheitssystems ist. Krankenhäuser müssen Geld verdienen, das läuft über sogenannte DRG-Fallpauschalen. Diese sind höher für Operationen als für die Grundversorgung – daher schreiben Krankenhäuser in der größten Gesundheitskrise der BRD rote Zahlen. Obwohl sich die meisten Kliniken im Ausnahmezustand befinden und das Krankenhauspersonal am Limit ist, hat das Gesundheitssystem ein Finanzierungsproblem.

Zwei Aufrufe der letzten Wochen stellen dies in einen größeren Zusammenhang. Über 325 000 Menschen haben eine Petition an den Bundestag zur „Gesundheitsreform für eine bessere Pflege zum Schutz der Pflegebedürftigen“ unterzeichnet. Unter dem Leitbild „Mensch vor Profit. Für eine Pflege in Würde“ fordern sie bessere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Das heißt mehr Zeit für Patient:innen, eine Aufwertung des Berufsbildes und eine konsequente Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen durch eine Gesundheitsreform.

Parallel wurde im Umfeld des Netzwerks Care Revolution der Freiburger Aufruf „Platz für Sorge“ gestartet. Die Grundbotschaft ist ähnlich: „Eine an menschlichen Bedürfnissen orientierte Care-Arbeit gehört ins Zentrum unserer Gesellschaft!“. Der Aufruf geht aber über die Petition hinaus und verbindet die Themen Pflege, Klimagerechtigkeit, Daseinsfürsorge, Familiennachzug für Geflüchtete und Demokratie miteinander.

Beide Initiativen heben hervor, dass das Gesundheitssystem grundlegend umgebaut werden muss, wenn es einem Leben und Sterben in Würde dienen soll. Sie zeigen auf, wie brisant das Thema gesellschaftlich ist – die Bundestagspetition war die erfolgreichste Petition ihrer Art. Und gleichzeitig machen sie deutlich, dass es um mehr als ein paar Tausend zusätzliche Pflegekräfte und eine Anpassung der Arbeitsbedingungen geht. Nicht zu vergessen: Hier handelt es sich in großer Mehrheit um die Arbeit von Frauen. Nur durch die Verbindung der Sorgethematik mit weiteren sozialen, ökologischen und demokratischen Schieflagen können wir erkennen, dass der Fehler im System liegt. Es bedarf eines sozial-ökologischen Umbaus der Wirtschaft!

Die Autorin arbeitet beim Konzeptwerk Neue Ökonomie und ist Teil der Webredaktion von www.degrowth.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare