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Globalisierung

Faire Öko-Jeans als Treiber des Wandels

Warum neue Regeln für den Welthandel nötig sind. Die Gastwirtschaft.

Glaubt man Umfragen, soll die Ökonomie nachhaltiger und gerechter werden. Die Weltwirtschaft ist davon besonders weit entfernt. Die meisten Politikerinnen und Politiker setzen nach wie vor auf einen möglichst freien Welthandel. Und sie wissen die Wirtschaft hinter sich.

Doch globaler Freihandel schafft oft weder Gerechtigkeit noch schützt er Klima und Umwelt. Die unregulierte Konkurrenz belohnt vielmehr die billigsten Anbieter weltweit – und das sind jene Konzerne, die mit geringen Löhnen, oft unmenschlichen Arbeitsbedingungen und wenig Rücksicht auf Klima und Umwelt die Preise drücken. Beispiel Textilwirtschaft.

Der Anbau von Baumwolle für eine Jeans verschlingt rund 8000 Liter Wasser. Die Felder werden mit Pestiziden besprüht. Diese gefährden die Gesundheit der Baumwollpflückerinnen und belasten die Böden. Die Beschäftigten auf den Feldern und in den Fabrikhallen schuften für Hungerlöhne. So ist jede Jeans auch ein Symbol für Umweltzerstörung und Ausbeutung. Ein Welthandel, der das billigste Produkt fördert, bedroht die Welt.

Dabei könnte das Beispiel der Baumwolle auch den Weg zu einer fairen und nachhaltigen Globalisierung weisen. Stellen wir uns vor, die Politik verändert die Regeln für den Welthandel – und zwar so: Künftig darf nur noch fair gehandelte Bio-Baumwolle zollfrei und ohne Hemmnisse gehandelt werden. Konventionelle Baumwolle wird dagegen durch jährlich steigende Zölle verteuert.

Das hätte Folgen: Jetzt lohnt sich ein Baumwollanbau, der mit viel weniger Wasser und ganz ohne Pestizide auskommt. Jetzt zahlt es sich aus, auf den Feldern und in den Fabriken gerechtere Löhne zu zahlen. Und stellen wir uns weiter vor, die Politik würde die gleichen Regeln auch für alle anderen fair und nachhaltig produzierten Waren einführen – dann würde der Welthandel Klimaschutz und Gerechtigkeit fördern statt häufig genug Ausbeutung und Umweltzerstörung.

Diese neuen Regeln haben jedoch erst eine Chance, wenn sich die Politik nicht mehr von der Ideologie des Freihandels und den Interessen der Konzerne am maximalen Gewinn leiten lässt. Und wenn die Verbraucher bereit sind, ein paar Euro mehr auszugeben – für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur und für die gerechtere Bezahlung der Menschen, die ihre Waren herstellen.

Wolfgang Kessler ist Wirtschaftspublizist. Er schrieb das Buch „Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern“.

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