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Die Sparkassen sollten auf Prämiensparverträge setzen.
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Die Sparkassen sollten auf Prämiensparverträge setzen.

Prämiensparverträge

Es geht um Vertrauen

  • Gerhard Schick
    VonGerhard Schick
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Sparkassen sollten ihre Zinsschulden bei Kundinnen und Kunden von Prämiensparverträgen bezahlen, statt auf Verjährung zu setzen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Vor Kurzem entschied der Bundesgerichtshof, dass die Sparkasse Leipzig über Jahre Zinsen falsch berechnet hat. Dieses Urteil ist so wichtig, da es Signalwirkung hat. Nach Auskunft der Finanzaufsicht Bafin geht es deutschlandweit sogar um rund eine Million Prämiensparverträge mit strittigen Zinsanpassungsklauseln.

Es wäre spätestens jetzt an der Zeit, dass die betroffenen Sparkassen Verantwortung für ihre Fehler übernehmen. Sie sollten auf ihre Kundschaft zugehen und nicht länger darauf setzen, dass Ansprüche verjähren. Wenn es um die öffentlich-rechtlichen Sparkassen geht, sollte man dies erwarten dürfen. Im Augenblick wird diese Erwartung jedoch maßlos enttäuscht.

Mit einem Prämiensparvertrag haben Menschen schon vor Jahren eine langfristige Sparmöglichkeit mit variabler Verzinsung gewählt. Neben dem Zins erhalten Kunden eine Prämie. Über die Jahre sanken die Zinsen, sodass die Prämiensparverträge für die Institute zunehmend teuer wurden. Deshalb begannen zahlreiche Sparkassen, ihren Kunden zu kündigen. Doch bei Prüfung der Verträge fiel auf: Mehrere Institute hatten über Jahre hinweg zu geringe Zinsen gezahlt.

Statt diese Kritik aufzugreifen und Transparenz zu schaffen, setzten die betroffenen Sparkassen aber auf den Faktor Zeit. Eine Folge: Mitunter sind Ansprüche der Betroffenen wie bei der Sparkasse Leipzig schon verjährt. Dagegen sollten Kunden aktiv vorgehen und die Sparkasse nicht mit ihrer Taktik durchkommen lassen, denn nach Schätzungen geht es im Schnitt um mehrere Tausend Euro pro Person.

Wenn man sich nicht einmal auf die Zinsberechnung einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse verlassen kann, auf was denn dann eigentlich, wird sich mancher fragen. Und wenn schon so etwas passiert, sollten gerade Sparkassen anders handeln. Sowohl die sonst eher zurückhaltende Finanzaufsicht als auch die Justiz haben eine klare Sprache gesprochen. Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Alle Kundinnen und Kunden sollten ausnahmslos die ihnen eigentlich zustehenden Zinsen erhalten. Hier geht es auch um den guten Ruf aller Sparkassen und um ganz viel Vertrauen.

Politikerinnen und Politiker, die in den Verwaltungsräten der betroffenen Institute sitzen, sollten ihren Einfluss endlich geltend machen und dem Ganzen nicht länger einfach nur zuschauen.

Der Autor ist Vorstand der überparteilichen Bürgerbewegung Finanzwende.

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