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Menschen haben ständig Angst, etwas zu verpassen. Dabei sollten sie einfach mal abschalten.
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Menschen haben ständig Angst, etwas zu verpassen. Dabei sollten sie einfach mal abschalten.

Fomo – the fear of missing out

Einfach mal nicht dabei sein

  • Nicole Truchseß
    VonNicole Truchseß
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Die Menschen haben Angst, etwas zu verpassen. Das macht müde. Sie sollten den Mut haben, Prioritäten zu setzen. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Kennen Sie Fomo? Eine weit verbreitete Seuche, the fear of missing out. Das „Ich-muss-überall-dabei-sein“-Syndrom ist der reinste Ermüdungskreislauf, gerade auch im Businessumfeld. Genannt wurde der Begriff zum ersten Mal 2004. Der ehemalige Harvard Student und Wortschöpfer, Patrick J. McGinnis, erwähnte ihn in einem Artikel für seine Campus Zeitung. Er beschrieb damit ein Gefühl der damals noch jungen digitalen Generation.

Die Angst, etwas zu verpassen, ist jedoch ein typisches und auch generationsunabhängiges Gesellschaftsproblem, das durch die sozialen Medien befeuert wird. Aktuell konnten wir das an dem Hype um Clubhouse und um die neue Plattform Polywork wieder verfolgen. Der Zugriff auf diese Medien wurde im ersten Stepp durch persönliche Empfehlungen als Zugangsbedingung erschwert und die Zugänge auf IOS Geräten begrenzt. Solche Plattformen kultivieren durch ihre Vorgehensweise Fomo - leider mit Erfolg.

Die Gesellschaftskrankheit namens Fomo findet sich auch in der täglichen Arbeit wieder. Gefangen im Gedankenlabyrinth der E-Mails, die digitale Sogwirkung durch virtuelle Meetings und permanent weitere Ablenkungen lassen die Konzentrationsfähigkeit und somit auch die Kreativität eines jeden einzelnen, nicht nur in den Büros, schwinden.

Es ist ein Missverständnis, dass mehr Kommunikation automatisch zu besseren Arbeitsergebnissen führt. Das Gegenteil ist der Fall. Auf die Qualität kommt es an - erst recht in digitalen Zeiten, die uns mehr Energie absaugen als bringen.

Dies kann gelingen, indem man sich dem Gegentrend zuwendet und Jomo betreibt - the joy of missing out. Der Begriff symbolisiert die gelungene Flucht aus den geistigen Zwangsjacken, überall gleichzeitig präsent zu sein und sich somit aus der Oberflächlichkeit erfolgreich zu befreien. Die beste Variante, Jomo zu erreichen, ist die eigene Entscheidung, sich aus der ständigen Konnektivität – vor allem der digitalen Medien- auszuklinken.

Das kann jedoch auch zu ungewünschten Nebenwirkungen führen. Ein langjähriger und wie ich meinte, vertrauensvoller Kontakt hat sich von mir auf allen sozialen Medien getrennt mit der Begründung, dass ich die Beiträge zu wenig kommentiert und geliked hätte.

Fomo oder Jomo. Was wählen Sie?

Die Autorin ist Unternehmerin, Personalexpertin und Buchautorin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Mehr Bewerber!“.

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