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Aufforstungsprogramm, Bauen mit Holz, Naturschutzmaßnahmen, Bodenaufbauprogramme und naturverträgliche Landwirtschaft bieten genügend Jobchancen für alle Menschen und ermöglichen ein gutes Leben.

Gastwirtschaft

Eine Politik der grünen Null

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Investitionen in die Natur ermöglichen ein gutes Leben und bieten genügend Jobchancen. Unser Zögern kostet unsere Kinder in der Zukunft ein Vielfaches.

Der Wachstums- und der Klimakurs sind untrennbar mit einander verwoben. Aber nicht immer so einfach, wie manche es sich vorstellen. Einerseits ist die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Energie- und Ressourcenverbrauch bisher nicht gelungen. Das spricht gegen Wirtschaftswachstum. Andererseits muss das Richtige dringend wachsen. Und zwar jetzt. Das ist kein Gegensatz. Wir brauchen eine Politik der grünen Null.

Unsere tägliche Kolumne von Gastautorinnen und Gastautoren im Wirtschaftsteil. Heute: Christine Ax, Ökonomin und Philosophin.

Jeder Tag, an dem wir zögern, in die richtigen Dinge zu investieren, kostet unsere Kinder in Zukunft ein Vielfaches, und zwar unter politischen Bedingungen, die weit schwieriger sein werden. Jetzt so zu investieren, dass unseren Kindern die unbezahlbaren Lasten und Kosten des Klimawandels erspart bleiben, ist das Gebot der Stunde.

Den Verlust an Jobs in der Automobil- und Zulieferindustrie und in der Braunkohle können wir durch kluge Investitionen in die Reproduktionsfähigkeit der Natur begegnen. Nicht nur erneuerbare Energien und Energiesparmaßnahmen, auch die Stabilisierung der Wälder, Aufforstungsprogramm, Bauen mit Holz, Naturschutzmaßnahmen, Bodenaufbauprogramme und eine andere, naturverträgliche Landwirtschaft, Teilen und Tauschen, Reparieren und „Upgrading“ bieten genügend Jobchancen für alle Menschen und ermöglichen ein gutes Leben.

Die Frage ist nicht, ob das bezahlbar ist. Die Frage ist stattdessen, wer es bezahlt. Wir heute – so lange wir es noch können – oder die nachfolgenden Generationen und andere Regionen – mit sehr viel Leid und Krisen. Die Weigerung der CDU und CSU mit dem Klimaschutz ernst zu machen, ist jetzt offensichtlich. Super-Söder hält – wie erwartet – nicht Wort.

Besonders infam ist der Vorwurf des SPD Bundestagsfraktionsvorsitzenden Mützenich. Er wirft den Grünen neoliberale Politik vor. Das lässt Schlimmes erwarten. Die Grünen wollen und müssen im Bundesrat für Nachbesserungen kämpfen. Will ausgerechnet die Sozialdemokratische Partei Deutschlands sie ab sofort als „Watschenmann“ für alle notwendigen Umbau-Mühen in Misskredit politisch zahlen lassen, indem sie sich hinter der CDU versteckt und heimtückisch einen sozialen Keil in die Gesellschaft treibt? Die Geschichte wird über diejenigen, die immer noch nicht das Richtige tun und endlich handeln, ein bitterböses Urteil fällen.

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