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Datengenerierung ist nicht grenzenlos. Unser Gehirn ist der limitierende Faktor.
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Datengenerierung ist nicht grenzenlos. Unser Gehirn ist der limitierende Faktor.

Datenflut

Eine Frage der Relevanz

  • Stephanie Borgert
    VonStephanie Borgert
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Gute Entscheidungen treffen in Zeiten der Informationsflut. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Die Bundestagswahl ist vorbei und wir werden nun nicht mehr minütlich mit neuesten Umfragen, Statistiken und Prognosen berieselt. Ein bisschen weniger Datenflut. Ein schwacher Trost jedoch, denn das Generieren, Veröffentlichen und Diskutieren aller möglichen Daten bleibt selbstverständlich. Für einige Menschen zur Sucht geworden, haben Unternehmen schon lange profitable Geschäftsmodelle daraus entwickelt. Und im Prinzip scheinen wir uns ja einig zu sein: Mehr Daten helfen uns die Welt zu verstehen.

Jeder Mensch generiert täglich Unmengen von Rohdaten, über Wearables und Computer bis zu den Autos. Nach Schätzungen von Statista, einem deutschen Online-Portal für Statistik, wird in 2025 das weltweite Datenvolumen bei 175 Zettabyte liegen. Diese Zahl ist gar nicht mehr vorstellbar. Ein Mensch müsste 14 Milliarden Jahre lang alle Staffeln „Game of Thrones“ streamen, um diese Datenmenge zu generieren. Höher, schneller, weiter scheint ungebrochen auch der weitere Trend in der Datengenerierung zu sein. Grenzenlos aber ist er nicht. Unser Gehirn ist der limitierende Faktor.

Daten, Bilder, Worte oder Bits sind erstmal nur Signale, die für unser Gehirn nicht notwendigerweise eine Bedeutung haben. Entsteht aus ihnen in unserem Kopf eine Erkenntnis, dann sprechen wir von Informationen. Da wird es paradox, denn wir ertrinken in Daten und leiden unter Informationsmangel. Dieses Mangelgefühl veranlasst uns mehr Daten zu sammeln. Weitere Informationsdefizite tun sich auf, woraufhin wir hoffen mit mehr Daten den Durchblick zu bekommen. Der Teufelskreis ist etabliert.

Unser Gehirn ist und bleibt ein Organ zur Problemlösung, für die Mengenverarbeitung ist es nicht gebaut. Was hilft den Teufelskreis anzuhalten? Relevanz. Wollen wir gute Entscheidungen treffen, dann reicht die simple Frage „Welche Daten sind für mich wirklich relevant?“. Statt sich vom Getöse um die einzelnen Bewerber und Bewerberinnen ums Kanzleramt ablenken zu lassen, können wir uns auf die für uns persönlich wichtigen Themen fokussieren und daraufhin beispielsweise die Wahlprogramme der Parteien lesen.

Das Wichtige betrachten, Erkenntnisse daraus zu gewinnen und dann zu entscheiden macht nicht nur Sinn, sondern auch ein gutes Gefühl.

Die Autorin ist Managementberaterin. Zuletzt erschien von ihr das Buch „Erfolg ist ein Mannschaftssport“.

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