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Gastwirtschaft

Ein neues, besseres Leben nach Corona

  • Wiebke Johanning
    VonWiebke Johanning
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Die Politik muss die wirtschaftlichen Weichen umstellen. Ein Gastbeitrag von Wiebke Johanning, Mitarbeiterin der Bewegungsstiftung.

Wie sind Sie bisher wirtschaftlich durch die Pandemie gekommen? Die Antwort dürfte je nach Job unterschiedlich ausfallen. Wer in Lebensmittel-Einzelhandel oder Pflege tätig ist, ächzt unter hoher Belastung bei geringer Bezahlung. In der Gastronomie sind massenhaft Jobs weggefallen. Wer Transferleistungen erhält, muss nun mehr Geld für Lebensmittel und Masken ausgeben und jeden Euro dreimal umdrehen.

Und dann gibt es die vielen Büro-Arbeiter:innen, deren Einkommen (bisher) gleich geblieben sind. Für sie hat die Pandemie in Sachen Konsum, Reisen und Mobilität wie eine Pause-Taste gewirkt, die bei allem unfreiwilligen Verzicht auch die Augen geöffnet hat. Viele, die es sich leisten können, haben mehr Bio-Lebensmittel gekauft und selbst gekocht. Sie sind weniger und nur in Deutschland verreist. Manche:r hat die Zeit zu Hause zum Ausmisten genutzt und gemerkt: Mein Schrank ist voll. Ich kann auch ein paar Monate ohne Shopping klarkommen.

Doch es zeichnet sich ab, dass Konsument:innen zum alten Verhalten zurückkehren werden, gerade weil sie vom Lockdown erschöpft sind und sich etwas gönnen wollen. In Großbritannien sind die Buchungen für Flug-Urlaubsreisen im Sommer mit der Ankündigung von Lockerungen in die Höhe geschnellt.

Also alles wieder beim Alten? Das wäre fatal. Mit Blick auf Klima und Ressourcen brauchen wir dringend weniger Konsum, eine umweltschonendere Lebensmittelproduktion, nachhaltigeres Reisen und Mobilität. Das gelingt nicht durch individuellen Verzicht, sondern indem Politik die Weichen neu stellt. Sie muss dafür sorgen, dass gesundes Essen, klimagerechte Mobilität und Erholung für alle erschwinglich sind.

Kurz: Wir brauchen keine Rückkehr zum alten Wirtschaftssystem, sondern ein neues gutes Leben für alle. Nachtzüge und Nahverkehr ausbauen, statt die Lufthansa ohne klimapolitische Auflagen retten. Nachhaltige Landwirtschaft stärken, statt Agrarindustrie subventionieren. Reparierbare Elektro-Artikel, statt kurzlebiger Elektroschrott. Konzerne zur Einhaltung von Menschenrechten und Umweltschutz verpflichten, statt zerstörerische Warenproduktion. Der Streit um das verwässerte Lieferkettengesetz beweist: Es braucht den Druck der Zivilgesellschaft, damit sich was bewegt. Streiten wir dafür, dass nach Corona alles anders wird – und besser!

Die Autorin ist Mitarbeiterin der Bewegungsstiftung.

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