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Illustrierte Zeichnung eines menschlichen Gehirns.
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Wissenschaftler haben Hinweise auf sogenannte „Großmutter-Neuronen“ gefunden.

Zukunftsträchtige Wahrnehmung

Eine Frage der Intelligenz

  • Carl Naughton
    VonCarl Naughton
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Warum Anpassungsfähigkeit wichtiger ist als ein hoher IQ. Die Kolumne „Gastwirtschaft“.

Robert Sternberg, einer der Godfather der Intelligenzforschung, zweifelt an seiner Intelligenz. In den 1980er Jahren prägte er die Annahme, dass wir über drei Arten von Intelligenz verfügen: eine analytische, eine praktische und eine kreative. Seine aktuellen Aussagen verschieben den Fokus von der Untersuchung einer generellen Intelligenz, hin zu einer Form, die den Erfolg unserer Spezies erklärt. Denn laut Sternberg stößt das Konzept einer allgemeinen Intelligenz, die sich durch einen IQ-Test messen lässt, an seine Grenzen. Warum? Weil es darauf fokussiert ist, bekanntes Wissen und Können zur Lösung von Problemen einzusetzen. Es bildet sozusagen einen Intelligenzquotienten der Stabilität ab, der auf Vertrautem gründet.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch deutlicher als bisher, wie sehr wir Menschen benötigen, die über eine zukunftskräftige Wahrnehmung verfügen. Sie erkennen die sich abzeichnenden Muster im ständigen Wandel und können aus ihnen Handlungen ableiten. Dieses Können ist eine Art Anpassungs-Intelligenz. Sie besteht aus einem breiten Fächer an Fähigkeiten, die uns überhaupt erst erlauben, uns anzupassen und unsere Umwelt zu gestalten. Zwei wichtige Kernkompetenzen im gegenwärtigen Zeitalter der Ungewissheit. Statt eines höheren IQs, brauchen wir heute einen höheren AQ. Aber wie bekommen wir ihn?

Unsere Anpassungs-Intelligenz besteht aus drei übersummativen Dimensionen: Erkenntnis, Emotion und Verhalten, die sich gegenseitig stärken oder schwächen. Ein Mitarbeiter etwa, der seine Offenheit für Veränderungen stärken kann (Erkenntnisaspekt), wird in der Folge weniger Angst vor ihnen haben (Emotionsaspekt) und eher geneigt sein, sich an der Veränderung aktiv zu beteiligen (Verhaltensaspekt). Umgekehrt wird ein Mitarbeiter, der seine Fähigkeiten für den Umgang mit Wandel nicht stärken konnte, eher Angst haben und daher eher geneigt sein, eine Veränderung zu vermeiden.

Für Unternehmen bedeutet dies: Werden alle drei Dimensionen – Erkenntnis, Emotion und Verhalten – synergetisch kombiniert und adressiert, trägt das zur Fähigkeit ihrer Mitarbeiter bei, souverän mit veränderten, unsicheren und neuartigen Situationen umzugehen.

Der Autor ist Wirtschaftspsychologe. Neben seiner Tätigkeit als Vortragsredner forscht und lehrt er an der FOM in Frankfurt und sitzt im Council der Neugier-Initiative des Unternehmens Merck.

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