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Wenn ich Dinge tue, die ich eigentlich nicht will, braucht es mentale Anstrengung.
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Wenn ich Dinge tue, die ich eigentlich nicht will, braucht es mentale Anstrengung.

Gastwirtschaft

Disziplin ist nicht immer gut

  • Boris Grundl
    vonBoris Grundl
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Sagen Sie „Ich will“ statt „Ich sollte wollen“. Die Gastwirtschaft.

Oft wird Disziplin als Allheilmittel von Veränderung gepriesen. Gerade rund um den Jahreswechsel beschwören sie viele als heiligen Gral: Ob beim Abnehmen, bei den Jahreszielen oder Veränderungen in Organisationen. Mit Disziplin geht alles. Und ohne eben nichts. Doch ist dem so?

Disziplin ist die Kraft des „zu Ende Bringens“. Des Festbeißens und Durchziehens. Für viele scheint das eine lohnenswerte Energie zu sein. Wir bewundern Menschen, die mit Disziplin und Fleiß ihre Ziele erreichen. Viele empfinden beim „Durchziehen“ aber auch eine gewisse Schwere. Es fühlt sich engstirnig und verbohrt an.

Für mich ist Disziplin folgender mentaler Zustand: Ich muss es tun, will es aber eigentlich nicht. Ich habe mir etwas vorgenommen, von dem ich denke, dass ich es tun sollte. Mir fehlt aber die innere Überzeugung.

Disziplin führt uns eher Niederlagen als Siege ins Bewusstsein. Wenn ich Dinge tue, die ich eigentlich nicht will, braucht es mentale Anstrengung. Diese ist sowohl trainier- als auch erschöpfbar. Disziplin hilft temporär, ist aber kein starker täglicher Zustand. Menschen brauchen sie nur so lange, bis sie überzeugt sind. Erst dann muss ich nichts mehr beweisen, sondern kann mich hingeben. Dann bringe ich Dinge nicht zu Ende, sondern fange immer wieder neu an – jeden Tag, jede Woche, jedes Jahr. So lange, bis ich das erreiche, was ich mir vorgenommen habe.

Das ist die Seite der Konsequenz. Konsequent sein heißt, so lange Fehlschläge in Kauf zu nehmen, bis das Vorhaben gelingt. Scheitern hat somit eine ganz andere Bedeutung. Es ist Teil des Erfolges. Eine Normalität, die keine schlechten Gefühle auslöst. Ständiger Anfängergeist gibt wesentlich mehr Energie als Disziplin. Konsequenz heißt „Ich will“, Disziplin „Ich sollte wollen.“

Wie wäre es, 2021 zum Jahr der Konsequenz auszurufen? Vielleicht überlegen Sie sich, was Sie dieses Jahr erreichen wollen. Reflektieren Sie dabei nicht, was Sie sich vornehmen, sondern woran Sie am Ende des Jahres erkennen, dass 2021 für Sie besonders war. Holen Sie sich dieses innere Bild vor ihr geistiges Auge. Laden Sie das Szenario jeden Tag neu auf. Mit vielen, schönen Emotionen. Ganz entspannt. Voller Zuversicht. Gehen Sie auf dieses Bild zu. Packen Sie zu und lassen Sie los. Scheitern Sie konsequent, bis Ihr Bild real wird.

Boris Grundl ist Führungskräfteentwickler mit eigener Akademie, Vortragsredner und Autor.

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