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Homeoffice statt Büro, Homeschooling anstelle der Lehranstalt, Kundenmeetings wurden zu Video-Konferenzen.
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Homeoffice statt Büro, Homeschooling anstelle der Lehranstalt, Kundenmeetings wurden zu Video-Konferenzen.

Gastwirtschaft

Digitales Staatsversagen

  • VonKarl-Heinz Land
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Es ist Zeit für einen Strategiewechsel. Jedenfalls darf die Devise nicht lauten: Datenschutz vor Menschenleben.

Selbst die früheren Corona-Sorgenkinder USA, Österreich und England erscheinen uns gegenüber aktuell eher wie Musterschüler, wenn es um digitale Strategien zur Pandemiebewältigung geht. Hierzulande wurde der Lockdown bis Ende März verlängert – Geschäfte, Restaurants und die Kultur bleiben vorerst geschlossen. Der wirtschaftliche Schaden für unsere Ökonomie wird jede Woche auf etwa 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Dem entgegen stehen niedrige Erfolgszahlen: Erst knapp unter fünf Prozent der Deutschen sind bislang geimpft. Zwölf Monate ist es nun her, dass Corona unser Leben radikal veränderte. Homeoffice statt Büro, Homeschooling anstelle der Lehranstalt, Kundenmeetings wurden zu Video-Konferenzen.

Blöd nur, wenn mehrere Personen im Haus zugleich über das Netz arbeiten wollen. Dann rächt es sich, dass in den vergangenen 15 Jahren kaum in digitale Infrastrukturen investiert wurde. Internetanschlüsse, Schulcomputer und digitale Lernplattformen gehören heute zu globalen Standards. In Deutschland haben wir es letzte Woche endlich geschafft, die letzten Fax-Geräte im Bundestag abzuschalten. Wahnsinn.

Zudem gibt es leider bis heute viele Anzeichen dafür, dass wir die Wirkmechanik und die Vorteile der Digitalisierung noch immer nicht verstanden haben. Das Manko erleben wir in systemischer Tragweite. Fakt ist: Die Zielziffer „Inzidenz 50“ resultiert aus einer akut anhaltenden Überforderung der Gesundheitsämter. Parallel macht die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eine Nachverfolgung per App nicht möglich.

Womöglich ist die weltweit dichteste Datenschutzverordnung zu weit gedacht? Im aktuellen Corona-Kontext bleiben die Möglichkeiten der Digitalisierung jedenfalls auf der Strecke. Die Personalisierung der App-Anwendung ist DSGVO-rechtlich ausgeschlossen. Aber wenn Facebook, Google und Co. auch hierzulande alle Daten sammeln dürfen, warum dürfen wir dann nicht auch frei über unsere Daten entscheiden?

Mit einer personalisierten Corona-App könnten wir etwa wieder ungezwungener ins Restaurant gehen – digital erfasst und nur temporär zwischengespeichert, anstatt auf Ausfülllisten mit eher fragwürdigem Datenschutz. Vielleicht empfiehlt sich besonders in diesen Tagen beim Thema Digitalisierung ein Strategiewechsel. Jedenfalls darf die Devise nicht lauten: Datenschutz vor Menschenleben. Gleiches gilt auch für das Überleben des Mittelstands.

Der Autor ist Kenner der digitalen Transformation und Buchautor.

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