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Mitunter kommt es sogar zu Fällen von „digitalem Landraub“, wie beispielswiese im Mirador-Nationalpark in Brasilien, wo sich Agro-Firmen große Flächen im Naturschutzgebiet illegal angeeignet und Hunderte Familien vertrieben haben.
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Mitunter kommt es sogar zu Fällen von „digitalem Landraub“, wie beispielswiese im Mirador-Nationalpark in Brasilien, wo sich Agro-Firmen große Flächen im Naturschutzgebiet illegal angeeignet und Hunderte Familien vertrieben haben.

Landrechte

Digitaler Raub

Strukturelle Ungleichheit und Diskriminierung im globalen Süden lassen sich nicht allein mit technischen Mitteln beheben.

Die Weltbank und staatliche Entwicklungsbanken investieren Milliarden in den Einsatz digitaler Technologien in den ärmsten Ländern. Mit Hilfe von GPS-Technologie, Drohnen und digitalen Satellitenbildern werden heute selbst abgelegene Regionen vermessen und kartiert. Digitale Landregister werden aus dem Boden gestampft, um digitale Landtitel und Grundbucheinträge zu verwalten. Auch die noch junge Blockchain-Technologie, welche Kryptowährungen wie Bitcoin zugrunde liegt, soll für Landverwaltung und -transaktionen nutzbar gemacht werden.

Die Befürworter dieser Initiativen versprechen, Betrug und Korruption zu bekämpfen, die oft maroden Landkataster effizienter zu machen sowie Landrechte zu schützen. Somit soll die Digitalisierung gerade auch den Ärmsten zugutekommen.

Eine neue Studie zur Digitalisierung im Landsektor zeigt jedoch, dass diese Rechnung nicht aufgeht. Denn der Einsatz von digitalen Technologien ist zumeist eingebettet in Entwicklungsstrategien, welche zentrale Fragen wie ungerechte Landverteilung und Schutz der Rechte ländlicher Gemeinden ignorieren und vielmehr darauf abzielen, große Flächen für Finanzinvestoren zugänglich zu machen. Nutznießer des Digitalisierungsschubs sind daher meist Agro-Unternehmen und große Immobilienentwickler. Benachteiligte Gruppen haben oft das Nachsehen. Mitunter kommt es sogar zu Fällen von „digitalem Landraub“, wie beispielswiese im Mirador-Nationalpark in Brasilien, wo sich Agro-Firmen große Flächen im Naturschutzgebiet illegal angeeignet und Hunderte Familien vertrieben haben.

Ungerechter und unsicherer Zugang zu Land – eine wichtige Ursache für Armut und Hunger – ist ein zutiefst politisches Problem. Dieses lässt sich nicht allein durch den Einsatz von digitalen Technologien lösen; vielmehr kann die Etablierung eines globalen digitalen Landmarkts „Landgrabbing“ sogar weiter befördern.

Es bedarf daher gezielten politischen Handelns, um die strukturellen Ursachen von Diskriminierung und Ungleichheit zu überwinden. Digitale Technologien müssen in den Dienst einer menschenrechtsbasierten Entwicklungspolitik gestellt werden, welche die Bedürfnisse von ländlichen Gemeinden und marginalisierten Bevölkerungsgruppen priorisiert.

Der Autor ist Referent für Südostasien bei der Menschenrechtsorganisation Fian.

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