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Das Cover des Magazins „Der Spiegel“ mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock war als Bild unspektakulär und wurde trotzdem zungenschnalzend goutiert. Nur: Wie kommt eine Frau aufs Cover, solange ihre Bedeutung unsichtbar ist? Wie also sehen die Zeichen der weiblicher Macht aus?
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Das Cover des Magazins „Der Spiegel“ mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock war als Bild unspektakulär und wurde trotzdem zungenschnalzend goutiert. Nur: Wie kommt eine Frau aufs Cover, solange ihre Bedeutung unsichtbar ist? Wie also sehen die Zeichen der weiblicher Macht aus?

Gastwirtschaft

Die richtige Inszenierung

  • Claudia Cornelsen
    VonClaudia Cornelsen
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Woran wir eine mächtige Frau erkennen.

Mein Haus, mein Auto, mein Boot. Die Statussymbole für Männer kennen wir alle. Und die für Frauen? Das Haus einer Frau ist das, in dem die Hausfrau kocht, wäscht und putzt. Das Auto einer Frau ist klein, rot und sexy oder der vom gut verdienenden Gatten bezahlte SUV, mit dem Mutti die Kinder sicher zur Schule fährt. Mein Boot … ähm, Frauen sind gemeinhin noch nicht mal in der Badewanne Kapitän.

Woran erkennen wir eine Top-Managerin? Den schicken Hosenanzug trägt auch die Messehostess, eine Perlenkette auch die Frau Gemahlin und die fette Armbanduhr schlackert auch nur unvorteilhaft am Damenhandgelenk, signalisiert ohnehin nur digitales Neandertal.

Das Dilemma nimmt noch größere Formen an, wenn die assoziative Sexismusfalle zuschnappt: Entspricht die Managerin gängigen Schönheitsidealen, dann hat sie nur aufgrund ihres Aussehens Karriere gemacht. Entzieht sie sich den ästhetischen Zwangsvorstellungen – ist also „zu dick“, „zu bärtig“, „zu kurzhaarig“ et cetera –, dann gilt sie als nicht repräsentativ genug oder sogar als nicht gesellschaftsfähig.

In den einschlägigen Wirtschaftsmedien werden Frauen nur selten großformatig porträtiert. Was möglicherweise an diesem Bilder-Dilemma liegt. Oder auch nicht. Denn interessanterweise ist das Großformat, eventuell sogar das Titelbild eines Magazin das Machtsymbol schlechthin.

Das Cover des Magazins „Der Spiegel“ mit Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock war als Bild unspektakulär und wurde trotzdem zungenschnalzend goutiert. Nur: Wie kommt eine Frau aufs Cover, solange ihre Bedeutung unsichtbar ist? Wie also sehen die Zeichen der weiblicher Macht aus?

Der mediale Erfolg gerade der grünen Spitzenkandidatin zeigt, es geht weniger um die klassischen Statussymbole als um die Art der Fotografie. Originelle Perspektiven, kunstvolles Spiel mit Tiefenschärfe, pointierende Lichtführung und dynamische Inszenierung – das sind die Schlüssel weiblicher Macht-Ikonographie.

Je kreativer und professioneller die Machart eines Fotos, desto deutlicher wird, dass die porträtierte Person von Bedeutung ist. Erfolgsorientierte Frauen sollten also nicht in Klamotten und Accessoires, sondern in gute Fotografinnen und Fotografen investieren

Die Autorin ist Kommunikationsberaterin.

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