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Ein Schaltkasten für Telefonverbindungen wurde durch die Flut total zerstört. Im durch das Hochwasser stark verwüsteten Ahrtal gehen die Aufräumarbeiten unvermindert weiter.
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Ein Schaltkasten für Telefonverbindungen wurde durch die Flut total zerstört. Im durch das Hochwasser stark verwüsteten Ahrtal gehen die Aufräumarbeiten unvermindert weiter.

Digitalisierung

Die Katastrophe als Wendepunkt

  • VonKarl-Heinz Land
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Lasst uns die Dinge und Systeme neu denken. Technologie und die Digitalisierung können der Hebel zu mehr Nachhaltigkeit sein – und auch Leben retten.

Eine Flutkatastrophe schon fast biblischen Ausmaßes in der Mitte Deutschlands hat viele Menschenleben gekostet und ganze Landstriche verwüstet. Früher kannten wir Überschwemmungen, Tornados, extreme Dürren nur aus dem TV. Jetzt, so scheint es, ist der Klimawandel auch bei uns angekommen.

Viele bange Fragen: Wie konnte es zu einer solchen Katastrophe in einem modernen Land wie Deutschland kommen? Ist der Klimawandel die alleinige Ursache für diese bisher unvorstellbaren Zerstörungen? Hat es nicht auch mit dichterer Besiedlung, Versiegelung wertvoller Brachflächen, Kanalisierung und unserer Landschaftsplanung zu tun? Hätten Digitalisierung und Sensorik hier Schlimmeres verhindern können?

Krise im ursprünglichen Sinne des griechischen Wortes „Krisis“ bedeutet trennen, beurteilen oder auswählen. Die „Krisis“ war also der Punkt, an dem man sich eine Meinung bildete, um dann eine Entscheidung zu treffen. Der Ursprung des Wortes Katastrophe liegt in den Worten „kata“ (herab oder herunter) und „strephein“ (wenden). Es ging also nicht wie in unserem Sprachgebrauch heute üblich um die Katastrophe, die alles zerstört, sondern ganz im Gegenteil um einen Punkt der Umkehr – einen Wendepunkt.

Könnten die jetzigen Zerstörungen nicht auch ein Weckruf oder gar ein Wendepunkt für uns sein? Ein Wendepunkt in unserer Klima- und Umweltpolitik? Ein Weckruf bei unserem Konsumverhalten? Ein Wendepunkt in unserer Haltung zur Digitalisierung?

Ja, tatsächlich hätte ein besseres und zielgerichtetes Frühwarnsystem wie Cell Broadcast Menschen ganz gezielt in den betroffenen Regionen vor der Flutwelle warnen können. Leider war dieses System aus Datenschutzgründen bisher verboten. Digitalisierung und Sensorik an den kleinen Bächen und Flüssen, hätte die Katastrophe Stunden früher erkannt und vorhersehbar gemacht. All dies erinnert verdächtig an die Bedenken gegenüber der Digitalisierung, die es auch bereits bei der Corona-Warn-App gab. Auch hier ging der Datenschutz vor dem Schutz von Leben und Menschen.

Unser Vertrauen in politisch-soziale Systeme, aber auch in Systeme für den Notfall ist tief erschüttert. Mein Appell an die politischen Entscheider, die Landesregierungen und an uns alle: Lasst uns die Dinge und Systeme neu denken. Technologie und Digitalisierung können der Hebel zu mehr Nachhaltigkeit sein – und auch Leben retten.

Der Autor ist Investor und Kenner

der digitalen Transformation.

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