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Zwei Millionen Menschen froren 2019 in ihren Wohnungen, weil sie nicht genug Geld hatten, um sie angemessen zu heizen.
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Zwei Millionen Menschen froren 2019 in ihren Wohnungen, weil sie nicht genug Geld hatten, um sie angemessen zu heizen.

Energiepreise

Die im Dunkeln

  • Verena Bentele
    VonVerena Bentele
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Es reicht eben nicht, wie von der Ampelkoalition angekündigt, einen einmaligen Heizkostenzuschuss für Wohngeld-Empfänger zu zahlen. Wir brauchen eine dauerhafte Lösung für alle ärmeren Menschen.

Vor Weihnachten gab eine große Tageszeitung Tipps zum Stromsparen: Sie empfahl LED-Lichterketten für den Weihnachtsbaum und den Ofen beim Plätzchenbacken nicht vorzuheizen. Was nach netten Ratschlägen klingt, ist für Millionen Menschen bittere Realität. Sie kämpfen mit explodierenden Energiepreisen und einer Inflation, die auch viele andere Waren enorm verteuert. Sie fragen sich nicht nur an Weihnachten: Spare ich am Essen, an Kleidung oder sitze ich im Kalten?

Betroffen sind Millionen von Armut bedrohte Menschen im reichen Deutschland: Sie müssen nachweislich mehr von ihrem Einkommen für Energie ausgeben als der Durchschnitt. Sie leben meist in deutlich schlechter isolierten Wohnungen und können sich neuere, stromsparende Geräte nicht leisten.

Zwei Millionen Menschen froren 2019 in ihren Wohnungen, weil sie nicht genug Geld hatten, um sie angemessen zu heizen. Fast 300 000 hatten kein Licht, weil ihnen der Strom abgeschaltet wurde. Doch was ist nun, da die Preise explodieren und viele wegen der Pandemie gezwungen sind, zu Hause zu arbeiten, zu lernen und einen Großteil ihrer Freizeit zu verbringen?

Viele Menschen berichten uns von ihrer Angst vor den nächsten Rechnungen. Dass diese berechtigt ist, hat das Vergleichsportal Verivox für einen Musterhaushalt ausgerechnet: Allein durch die stark gestiegenen Gaspreise wird ein solcher Haushalt 2021 rund 300 Euro mehr zahlen müssen. Kosten durch den höheren Verbrauch kommen noch hinzu. Auch die Strompreise liegen auf Rekordniveau. Experten rechnen mit einem Plus von bis zu 150 Euro und mehr für Privathaushalte.

Die Regierung muss daher so schnell wie möglich einen sozialen Ausgleich schaffen. Es reicht eben nicht, wie von der Ampelkoalition angekündigt, einen einmaligen Heizkostenzuschuss für Wohngeld-Empfänger zu zahlen. Stattdessen wird eine dauerhafte Lösung für alle armen Menschen gebraucht. Das heißt: Nicht nur die gestiegenen Kosten für die Heizung, sondern auch für Warmwasser und Strom müssen in das Wohngeld mit einbezogen und jährlich entsprechend der Preissteigerungen erhöht werden.

Und auch in der Grundsicherung und bei Hartz IV müssen die Wohn- und Heizkosten entsprechend angepasst werden. Passiert das nicht, drohen immer mehr Haushalten Gas- und Stromsperren.

Die Autorin ist Präsidentin des Sozialverbands VDK Deutschland.

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