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Wir alle wünschen uns ein erfülltes Leben – in Harmonie mit uns selbst und anderen.
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Wir alle wünschen uns ein erfülltes Leben – in Harmonie mit uns selbst und anderen.

Arbeit

Die goldene Mitte finden

  • Boris Grundl
    VonBoris Grundl
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Entspannte Hartnäckigkeit im Beruf: Das ist ein ganz anderes Bewusstsein, das gleichzeitig angespannt zupackt und entspannt loslässt. Die Kolumne „Gastwirtschaft“. 

Wir alle wünschen uns ein erfülltes Leben – in Harmonie mit uns selbst und anderen. Doch wie finden wir diese Ausgeglichenheit? Wie bringen wir die täglich an uns zerrenden Kräfte in Balance? Wie befreien wir uns von ungesunden Erwartungen? Wie heben wir mentale Limitierungen auf? Und wo finden wir Orientierung?

Die Antwort gibt uns der goldene Mittelweg. Er begegnet uns in vielen Philosophien und Religionen als Empfehlung für ein gelungenes Leben: von Aristoteles über Konfuzius, Thomas von Aquin bis Siddhartha Gautama Buddha. Es scheint fast so, als würde der Mensch erst durch Ausprobieren von Extremen zu sich selbst finden: Manche befolgen erst zu wenige Regeln und dann zu viele, essen zunächst Unmengen und nachher kaum etwas, riskieren zu viel und danach zu wenig oder übernehmen erst keine Verantwortung und später ein Übermaß.

Aristoteles definiert diese „Mesotes“ (Griechisch: Mitte) als charakterlichen Punkt zwischen zwei entgegengesetzten Lastern. Die Mitte zwischen Tollkühnheit und Feigheit bezeichnet er als Tapferkeit, zwischen Verschwendung und Geiz als Freigiebigkeit. Damit ist Aristoteles einer der Ersten, der einen bestimmten mentalen Zustand empfiehlt und ihn gleichzeitig zwischen zwei Polen lokalisiert. Somit präsentiert er eine konkrete Methode zur charakterlichen Entwicklung.

Gerade in der heutigen Zeit können wir von seiner Kenntnis extrem profitieren. Schließlich hat die mentale Anpassungsgeschwindigkeit schwindelerregende Dimensionen angenommen – ob durch disruptive Märkte oder ständigen Krisenmodus. Es fällt schon auf, wie oft Mitarbeiter:innen unter Druck und Stress in Firmenkulturen leiden.

Auf der einen Seite zählt mentales Zupacken – eine Art Hartnäckigkeit. Auf der anderen das Loslassen – eine Art Entspannung. Vielen gelingt der Wechsel nicht. Die Stufe der goldenen Mitte heißt hier entspannte Hartnäckigkeit. Das ist ein ganz anderes Bewusstsein, das gleichzeitig angespannt zupackt und entspannt loslässt.

Nachdem wir uns im Institut intensiv mit der goldenen Mitte beschäftigt haben, konnten wir das Prinzip für die moderne Zeit aufbereiten. Es funktioniert hervorragend. Zugegeben, das Ganze liest sich leichter, als es sich umsetzt. Doch großartig bleibt, dass wir so den didaktischen Weg zu Wachstum kennen – wir müssen nur den Sprung wagen.

Der Autor ist Führungskräfteentwickler mit eigener Akademie und Vortragsredner.

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